Der verschwundene Dialekt meiner sudetendeutschen Oma
Oft hört man (mit Erschrecken) von aussterbenden Völkern und Sprachen. Hier berichte ich nun von dem Idiom eines Völkchens weit abseits vom Amazonas, aber ebenso exotisch wie indigene Spezies der Regenwälder: Die Sudetendeutschen .
Hier die neue Folge >>>
Meine Vorfahren väterlicherseits stammen aus dem Nordböhmischen und benutzten ihr vom sogenannten Hochdeutschen (welches bekanntermaßen auch nur ein Dialekt ist, welcher als Hochsprache definiert wurde) sehr stark abweichendes Idiom noch bis in die Generation meiner Großmutter.
Diese meine Oma Anni legte ihren Dialekt auch nach Vertreibung und nochmaliger Flucht nie wirklich ab. In Gotha hatten meine Großeltern Klinger noch viele Sprecher ihrer Sprache um sich, waren doch viele Verwandte, Geschäftspartner und auch Arbeiter aus der Heimat dorthin nachgezogen. Nach Heppenheim übergesiedelt war es hingegen für Anni anfangs noch sehr mühsam sich sprachlich zurechtzufinden. Meine Großmutter erzählte mir, als ich klein war, regelmäßig und immer wiederkehrend Geschichten aus ihrer Heimat, und so konnten wir diesen Dialekt alsbald verstehen, und selbst heute benutzen wir Begriffe aus Omas Welt immer noch gern.
Der Sudetendeutsche Dialekt aus der Rumburger Gegend ist geprägt durch ein rollendes – nein grummeldendes R, vielleicht vergleichbar mit dem Englisch texanischer Prägung. Auch werden wie im Bayrischen Vokale willkürlich vertauscht. In der nachfolgen, beispielhaften Aufzählung wird der Leser auch österreichische Wörter finden; kein Wunder, war doch die Gegend lange Zeit Teil der k. und k. Monarchie. Keinerlei Verwandtschaft oder wenigstens Anklänge hat der Dialekt mit dem Sächsischen, obwohl das Heimatdorf meiner Großeltern Alt-Ehrenberg – gerufen „Arrmerrch“ – lediglich 5 km von der sächsischen Grenze und 40 km Luftlinie von Dresden entfernt liegt.
Wischehoder = Scheuerlappen
Hebebehmel = Kran
Borschtewiesch = Besen
Dudelhubel = feiner Gemüsehobel
Treibehölzel = Teigroller
Seeger = Wanduhr
Pootschen = Hausschuhe, Füße
Zieche = Bettbezug
Hietroobraadl = Tablett (Hintragbrett)
Aaräppelmauke = Kartoffelbrei
S Fraas kriegen = verrückt werden
Dr Pummer = Kurzmantel für Herren
Ribisel = Johannisbeeren
Paradeiser = Tomate
Uffduslich = Brotbelag
Schiesepinkel = Gehrock
Dolgern = trödeln
Gapse = Tasche
Brieslich = Schnittlauch
S bleedert = es ist windig
Schmeeten = Sahne, Rahm
Einige Redewendungen haben sich mir eingeprägt, so
„Ock nee jechen!“ – nur mal langsam!
Gottanrufungen kamen bei Oma Anni häufig vor:
„Oh Jerum doche!“, welches „Mein Gott!“ bedeutet. Ein „Jessas Maaarria!“ (mit der Betonung auf der ersten Silbe von Maria) begleitete ein Missgeschick, und selbst der wohlbekannte heilige Mann wurde verfremdet: „Jessas, Maaria und Jasef!“.
Philosophische Wahrheiten konnte Anni in ihrer Sprache trefflich ausdrücken:
„S kimmt alles am Rande rim!“. Abgeleitet offensichtlich vom Umrühren der Suppe: Alles wiederholt sich ….
Meine Oma Anni, links bei meiner Einschulung, 2. Bild mit meinen anderen Großeltern Otto und Gertrud aus Gotha im Park, 3. Bild ganz links Anni bei der Firmung.
Liebe Besucher des Blog, liebe Freunde des sudetendeutschen Dialekts,
kürzlich erreichte mich ein Hilferuf aus New York. Man hat dort einen kleinen Film im Archiv – die Wiedergabe eines sudetendeutschen Puppentheaters aus dem Jahre 1938.
Man wollte den Text verstehen und untertiteln, kam aber nicht so recht weiter.
Dank Herrn Wohlrab von www.egerlaender.de
Er konnte uns und den New Yorkern weiterhelfen.
Hot ok Dank!
Thomas Klinger
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Originalmundart / Egerländer Volkslied
Übersetzung ins Hochdeutsche
Jetzt will ich eines singen
- Jetzt will ich eines singen, wie fang ich es an,
sind im Egerland zwölf Mädchen, bekommt keine einen Mann.
Refrain: Mädchen gebt doch Ruhe, Mädchen gebt doch Ruhe,
es bekommt keine einen Mann, Mädchen gebt doch Ruhe es bekommt keine einen Mann.
- Die erste ist faul, die zweite hat einen schiefen Mund,
die dritte ist dick und die vierte taugt nichts.
Refrain: Mädchen gebt doch Ruhe, Mädchen gebt doch Ruhe,
es bekommt keine einen Mann, Mädchen gebt doch Ruhe es bekommt keine einen Mann.
- Die fünfte hat Hunger, die sechste hat Durst
die siebte möchte ein Brötchen, die achte möchte eine Wurst.
Refrain: Mädchen gebt doch Ruhe, Mädchen gebt doch Ruhe,
es bekommt keine einen Mann, Mädchen gebt doch Ruhe es bekommt keine einen Mann.
- Die neunte möchte tanzen, die zehnte steht herum,
die elfte möchte heimgehen, bringt die zwölfte möchte nicht fort.
Refrain: Mädchen gebt doch Ruhe, Mädchen gebt doch Ruhe,
es bekommt keine einen Mann, Mädchen gebt doch Ruhe es bekommt keine einen Mann.
- Zum Tanz sind sie gekommen, haben Stöckelschuhe an,
haben gedacht, sie bekommen Tänzer, derweil schaut sie niemand an.
Refrain: Mädchen gebt doch Ruhe , Mädchen gebt doch Ruhe,
es bekommt keine einen Mann, Mädchen gebt doch Ruhe es bekommt keine einen Mann.
- Und als sie eine Weile stehen, tun die Füße so weh,
sagt die Eine zu der Andern „Wenn du mitgehst, ich geh.
Refrain: Mädchen gebt doch Ruhe, Mädchen gebt doch Ruhe,
es bekommt keine einen Mann, Mädchen gebt doch Ruhe es bekommt keine einen Mann.
- Und als sie Nachhause kommen, sind die Betten aufgedeckt
sie haben gedacht es kommt einen Freier, dabei haben sie einen Dreck.
Refrain: Mädchen gebt doch Ruhe, Mädchen gebt doch Ruhe,
es bekommt keine einen Mann, Mädchen gebt doch Ruhe es bekommt keine einen Mann.
- Ich sehe es von meinem Fenster aus, wie hart ihnen geschieht
ich hab mit ihnen Erbarmen, aber hin geh ich nicht.
Refrain: Mädchen gebt doch Ruhe, Mädchen gebt doch Ruhe, es bekommt keine einen Mann, Mädchen gebt doch Ruhe es bekommt keine einen Mann
Ach, wie witzig. Ich kam über die Kervanadeln (Fleischküchle, Frikadellen, etc.) hier her;-) Meine Mutter, Jahrgang 1934, und Familie stammt aus der Region Aussig. Saubernitz, Kleinprießen, Wolfschlinge. Nach der Vertreibung kamen sie nach Michelstadt im Odenwald. Durch Heirat und Beruf dann in Deutschland verteilt. Zu wichtigen Ereignissen traf man sich bei den Ältesten in Michelstadt. Bei diesen Treffen wurde ausschließlich sudetendeutscher Dialekt gesprochen. Es ist mir noch so im Ohr, als wenn es gestern gewesen wäre.
Hallo zusammen, bin auf der Suche nach Gedichten in sudetendeutscher Mundart auf diesen Blog gekommen und finde ihn super! Meine Eltern kommen aus Gundersdorf Kreis Bären. Meine Schwestern und ich sprechen heute noch wenn wir zusammen sind den Dialekt
„ vo daheem“ ! Da wir bei Familienfesten immer ein Gedicht im Dialekt vor tragen, bin ich auf der Suche nach Literatur in dieser Richtung.
Hat richtig gut getan die alten Begriffe zu lesen!
Ich (geboren 1944) stamme aus dem Sudetenland, aus der Stadt Schluckenau, tschechisch Šluknov. Ich lebte dort bis 1955, und ging dort in die tschechische Schule. Tschechisch hat mir niemand beigebracht, ich habe es durch den Umgang mit tschechischen Kindern von allein gelernt. Zu Hause wurde nur Deutsch gesprochen, bzw. der sudetendeutsche Dialekt. Manchmal suche ich nach dem hochdeutschen Wort eines Dialekt-Wortes und kann keines finden. Es gibt ein „Sudetendeutsches Wörterbuch“. Das kostet allerdings einige hundert Euro, ist mir dann doch zu teuer. Und noch etwas witziges: manchmal gibt es ein französisches Wort, das dem gesuchten Begriff entspricht, und dessen Übersetzung ich dann nachschlage.
Ich finde Dialekte interessant.
Ich hatte bereits auf diesen Beitrag geantwortet, aber der Text ist irgendwo verschwunden. Ich bekam. die Nachricht, er müsse erst noch geprüft werden. Er ist jedoch einfach verschwunden. Gibt es dafür eine Erklärung.
Hallo, meine Oma kam aus Oberreichenau bei Falkenau. Ihr Name war Anna Hirsch und ihr Bruder Franz Hirsch.
Viele Grüße Gabi
Hallo hier ist Thomas Hofbauer .Mein Opa war aus Pürkau. Er hieß Weigel Dominik geb.23.02.1909. Seine Mutter hieß Anna Weigel geborene Schober. LG Thomas
Bin ebenfalls per Zufall auf den Blog gestossen und bin begeistert. Leider gibt es wenig Beiträge aus Jägerndorf, wo meine Mutter herkam. Sie hatte in den 50ziger Jahren den Jägerndorfer Heimatbrief abonniert., aus dem sie mir vorlas, damit ich die Sprache ins Ohr bekam. Wohl aus Heimweh.
Sie erzählte von einer Bäuerin, die das Essen zu den Knechten aufs Feld brachte und ermahnte: asst och, asst. Asst Quork, der kiehlt. Ein Knecht antwortete: und ich ass Putter und wenn ich verbrieh (verbrühe). Das ist in unsere Familie eine stehende Redewendung geworden, wenn das Essen auf dem Tisch steht, ermuntert jemand: asst och asst usw. Ich (Jahrgang 1947) kann es schon nicht mehr authentisch aussprechen, wieviel weniger meine Enkel. Trotzdem finde ich, dass damit das Jägerndorferisch in Erinnerung wach behalten bleibt.
gibt es hier Personen, die Vorfahren aus Komodau oder Umgebung haben. Ich bin mit meiner Mutter * 1916 und Großelteltern *1885 und *1888 aufgewachsen. Zuhause haben wir Dialekt gesprochen und auf der Straße fränkisch.
Wie das genau ging, weiß ich gar nicht mehr.
Meine Oma hieß ledig Hunger.
Hallo Herr Klinger,
die Suche nach einem verschwundenen Wort hat mich auf diese Seite geführt. Es lautet : „Kafernatl“ und wurde von meiner Familie väterlicherseits für eine Frikadelle benutzt.
Mein Vater war Jahrgang 1922 und ist vor zwei Jahren verstorben. Er war gebürtiger Alt-Ehrenberger aus Haus-Nr. 121 und hat den heimatlichen Dialekt nie ganz abgelegt,
obwohl seit der Vertreibung viele Jahrzehnte vergingen.
Wir besuchen Alt-Ehrenberg noch regelmäßig, da wir nur 15km entfernt wohnen
Lieber Herr Kieslich;
das Wort „Kafenadl“ kenne ich auch noch ganz genau: Meine Großmutter hat dies oft zubereitet. Dazu gehörte immer Mauke Und viele gebräunte Zwiebel. Das Wasser steht mir in Pfützen auf der Zunge….
Meine Vorfahren wohnten in den Haus zur ihrer Fabrik gehörend. Die Nummer habe ich nicht im Kopf.
Schade, dass wir Ihren Vater nicht befragen können, sicherlich haben sich er und die Klingers und Menzels aus „Arrmerrch“ gekannt. Es ist ja auch eher ein Dorf.
Schön, dass man heute mal so schnell von Sachsen nach Böhmen gelangen kann! (Über den Wolfsberg?)
Beste Grüße
Thomas Klinger
Guten Abend, ich hab von meinem Vater( geb. ca1910) ein Lied im Ohr „Guten Morgen , guten Morgen zum Gründurschke wolln wir nicht so lange stehen will a Häusel weitergeben. Gib Nana raus, gib Sine raus, Vater gib mir eine Brezel raus. Vielleicht helft ihr mir weiter! Danke
ich erinnere mich an
Griendonnsch is ne grien is ne weiß.
Gemeint war der Heischegang der Kinder am Gründonnerstag.
Aber auch die Zeile:
Lass mich ne so lange steh, ich muss a Häusl weitergehn
Meine Urgroßeltern hießen Kieslich. und waren Sudetendeutsche aus „Kuttlberrrrg“ wie es meine Oma nannte. Auf ihrer Sterbeurkunde steht „Jägerndorf“. Sie war Jahrgang 1928. Die Urgroßeltern um die 1900.
Meine Urgroßeltern hießen auch Kieslich. und waren Sudetendeutsche aus „Kuttlberrrrg“ wie es meine Oma nannte. Auf ihrer Sterbeurkunde steht „Jägerndorf“. Sie war Jahrgang 1928. Die Urgroßeltern um die 1900. Wir leben in Bayern.
Hallo zusammen,
Meine Tochter muss ein Stammbaum für die Schule erstellen, nicht viel war aber nun neugierig. Daraufhin haben wir festgestellt das mein Opa – Friedrich „Fritz“ Böhm, väterlicher Seite, auch aus dem Sudentenland stammt. Er wurde am 13.07.1931 in Katitz (Tetschen-Bodenbach) geboren und war ca 14 Jahre alt, als sie vertrieben wurden, seine Eltern sind mit ihm nach Dresden geflohen. Leider wissen wir nicht viel, da er auch nie so darüber reden wollte. Vielleicht findet sich ja hier jemand, der mehr weiß. Das einzigste, was mir hier dann jetzt auffällt, das er den Dialekt bis zu schluss hatte, und er mir als kind viel bei gebracht hat. einiges kann ich noch lesen und erkenne es auch, aber sprechen wird da nix mehr.
Liebe Grüße
Grüß Gott Herr Klinger !
Es freut mich auf diese Seite gekommen zu sein.
Meine Mutter wohnte in Herlsdorf ( Kreis Bärn ) Sie wurde dort im Februar 1930 geboren. Als Hedwig Schnirch. Nach der Vertreibung kam sie ins Lager Schönram ( Bayern )
Meine Mutter legte sehr schnell den Dialekt ab, da Integration sehr stark über die Sprache geht. Denn ein „Flichtei “ Flüchtling ; war nicht hoch angesehen.
Meine Eltern haben am 09.02.1957 geheiratet. Leider sind beide schon einige Jahre verstorben.
Meine Großeltern waren wohnhaft in Oberjohnsdorf bei Landskroun. Meine Oma hatte für Reibekuchen oder Baggers in einer großen Pfanne immer so einen Begriff wie Wacheres. Kennt jemand diesen Ausdruck? Danke für jeden Tipp.
Liebe Grüße Anita
Hallo Anita.
Reibekuchen und Baggers sind doch eher aus Bayern.
“ Ei Gablonz sein doß Haluschken“
Gruß aus Oberfranken
tolle Seite. Mir kamen doch echt etwas die Tränen. Mein Opa hieß hotzy, meine Uroma Honemann und meine Oma mit Mädchennamen chudi. Ich bin die einzige Enkelin die ihren Dialekt noch einigermaßen gut versteht und spricht.
Auch ich war gerührt über einige Beiträge hier. Leider habe ich keine Verwandte mehr und je älter ich werde,desto mehr vermisse ich die Erlebnisse aus der Kindheit. Die Ferien haben wir immer bei meiner Oma in Hessen verbracht. Meine Vorfahren mütterlicherseits stammen aus Pürkau. Ich bin im Rheinland geboren und in den Ferien erlebte ich zwei Sprachen: hessisch und sudetendeutsch waren die Dialekte. Meine Oma Anna Schober war eine Recht ungeduldige Frau und einer ihrer Ausdrücke war „etza!!“, was soviel wie „jetzt aber!!“ hieß.
Hat jemand hier auch Vorfahren aus Pürkau?
Lieber Gruß Angelika
Hallo, der Bruder meines Großvaters, mit Namen Härtl Bernhard, geboren 9.11.1887 in Falkenberg/Oberpfalz heiratete am 3.2.1913 kirchlich in Eger/Cheb seine Frau Schmidt Katharina Anna, oder Anna Katharina.
Da 1918 die Tschechoslowakei gegründet wurde, und im Jahr 1945 die Vertreibung der Sudetendeutschen erfolgte,
gehe ich davon aus, dass Bernhard Härtl nach Eger zog.
Im Adressbuch von Eger aus dem Jahre 1943 sind 6 Einträge zu Härtl. Vielleicht sucht auch Jemand und wir können uns austauschen. Herzliche Grüße von Lydia Härtl
Liebe Lydia Härtl, meine Eltern sind aus Rossbach, Kreis Eger, Bezirk Asch. Sie hießen Erich Dorn und Ida, geborene Baumann. Meine Mutter starb 2004 und mein Vater 2016. Deshalb komme ich nicht mehr viel zum sprechen in sudetendeutsch. Ich wollte immer mal jemanden finden, der auch die Sprache erhalten will. Vielleicht können wir in Kontakt treten. Luebe Grüße
Wer kennt Weißbach im Isergebirge, unmittelbar bei Haindorf gelegen und die Straße führt zur Tafelfichte. Heute heißt es Bily Potock.
Als geborener Aussiger (1940) interessiere ich mich für alles, was ich über meine Heimat höre oder lese. Deshalb habe ich alle Beiträge mit Freude gelesen. Leider verblasst Vieles, was man als damals 5-jähriger in Erinnerung behalten hat.
Ich bin 3 Jahre älter und habe die Vertreibung miterlebt. Aus meiner Erinnerung stelle ich zurzeit ein Glossar bei uns üblicher Worte zusammen.
Wir wohnten in der Dresdner Straße, dann in Schöbritz und Kulm.
Ich war bis 1963 regelmäßig auf den Aussiger Treffen in München.
Ich lebte bis März 1946 in Aussig und habe noch einige Erinnerungen an Stadt und Leute.
Ich komme aus Teichstatt, (geb. 1937), die Mundart in der Färbung St. Georgenthal, Kreibitz, Schönlinde spreche ich noch (wo’s passt, denn nicht alle Mitbürger hier in Thüringen wollen das hören) und werde sie auch nicht ablegen. Zur Huxt eine Redewendung: ’s is ne immer gleiche emol ne Huxt und emol ne Leiche. Und weils grode Winter is, do gien mir immer ufs Eis und tscheschln.
Hallo Rainer,
ich bin auch ein Vogel (geb. 1985, Potsdam) mit Vorfahren aus der Region Teichstatt. Meine direkten Vorfahren sind in Niedergrund, St. Georgenthal, etc. geboren.
Ich gehe fest davon aus, dass wir gemeinsame Ahnen haben. Vielleicht wollen wir uns dazu mal austauschen?
Ich würde mich freuen.
Beste Grüße Robert
Mein Vater wurde 1943 in Roßbach, heute Hranice, im Landkreis Asch geboren. Er flüchtete mit meiner Großmutter über Oelsnitz/Vogtland 1946 ins Allgäu. Die gesamte Roßbacher Familie lebte inzwischen dort und ich bin als Kind mit diesem wunderbaren Dialekt großgeworden. Ich habe einige Male Roßbach besucht, leider ist von dem ursprünglichen netten Örtchen mit einer lebendigen Infrastrukutur nicht mehr viel übrig geblieben. Ein trauriger tschechischer Grenzort mit hoher Arbeitslosigkeit und verfallenen Häusern. Inzwischen sind die meisten meiner Roßbacher Verwandten verstorben und mein Vater hat es leider nie richtig gelernt. Ich kann mich aber noch gut an viele Ausdrücke, und natürlich an die Wochentage erinnern:
Moade = Montag
Deiste = Dienstag
Mibe = Mittwoch
Doaschte = Donnerstag
Fraide = Freitag
Sunnabmd = Samstag
Sunnde = Sonntag
(man verzeihe mir die wahrscheinlich völlig falsche Schreibweise, aber so ist es mir im Ohr geblieben).
Weiß zufällig jemand, was ein „Trolio“ ist? Das habe ich von meiner Oma immer gehört?
Meine Großeltern kamen aus Oberlohma bei Franzensbad.
Als ich klein war, bekam ich auf der Eckbank ein Postament aus Kissen und ein Potschamperl. Der Sessel war ein fouitell, wie im französischen. Ein Komma war ein Beistrich.
Der Vater war der Dada. Schwitzerl das Unterhemd.
Sie kamen über Arzberg im Lkr Wunsiedel. Dort wuchs ich auch auf.
Hier in Oberbayern höre ich den Dialekt fast nicht. Aber mein Mann stammt auch wieder von Sudetendeutschen ab.
Die Flucher aus dem Text sind dem Schwabisch, dass meine Steiffamilie spricht 99% gleich. Soweit ich weiss, waren Gastarveiter auf deren Bauernhof und mein Stiefopa hat von der Polin Wanda schreiben gelernt und er hat ihr deutsch, bzw schwaebisch beigebracht. Meine Oma hat bis zu ihrem Tot Post nach Polen zu ihr und ihrer Verwandschaft geschickt.
Seit zwei Jahren weiss ich, dass mein biologischer Opa Sudetendeutscher war/ist und ich fuehle mich in dieser Gegend immer sofort wohl und sicher. Transgenerativ. Wissen wo man herkommt ist schoen. Danke*
Meine liebe Mutti ist 1931 in Rossbach geboren und sie hat ihren schönen Dialekt mitgenommen. Sie ist leider am 10.10.2022 verstorben. Wir haben unzählige Male das Elternnhaus in Roßbach besucht. Was mir geblieben ist, Kartenmaterial von Roßbach und diverse kleine Gegenstände.und Fotos. An ihrem 15 Geburtstag 1946 wurden ihre Familie umgesiedelt. Sie sagte immer, sie wäre die letzte Lebende voni hrem Transport.
Ein Trolio ist ein Doppelkinn.
Meine Eltern waren auch aus dem Sudetenland und ich bin mit diesem Dialekt aufgewachsen.
Lieber Herr Stange,
meine Großeltern wohnten nicht weit weg von Neugersdorf. Also erst von Armerch (Alt-Ehrenberg/Stare Krecany) über Rummerch (Rumburg/Rumburk) rüber nach Giersdurfe.
Hallo Herr Klinger,
ich freue mich, dass Sie sich dem Thema angenommen haben. Die Herkunft meiner Eltern ist in Ebersbach und Waltersdorf zu finden. Ich konnte also nur entweder ein „Ädlruller“ oder „Ziegenboock“ werden. Die Geschichte hat es leider nicht gewollt, dass der Dialekt aus dem Schluckenauer Zipfel (stellvertretend für alle Gebiete der Sudetendeutschen und auch Schlesier) dort überleben konnte. Als heimatverbundener (nicht patriotischer!) Bewohner behaupte ich gar, dass es gerade in der Covid-19 Pandemie ein Aufleben alter „Paschertugenden“ und deren Wege gibt. Pascher heißt übersetzt „Schmuggler“. Ich möchte darauf hinaus, dass die Bezeichnung „sudentendeutscher Dialekt“ nicht ganz passend formuliert ist, da er ja auf der (damals auch schon) offiziellen deutschen Seite gesprochen und gelebt wird. Das aktuelle Gebiet, wo Ihnen dieser Dialekt auch heute noch begegnet befindet sich vom Westen kommend zwischen Kamenz über das Oberland (Neugersdorf, Oppach) bis nach Zittau.
Irscht amol, ich hoa vu an Sudetendialekt noch nischte gehirt. Ich bie och firm, woas ’s „Schlesische“ oagiht. Ke Wunder – ich oarbeite in Gerlz (Görlitz), dr letzn Hauptstadt vor dr Granze – wie ich soin tu: Schmelztiegel der Oberlausitz Schlesiens und Polens. Oaber oalls iech doas hier oalls gehirrt und gelasn hoa, fiehlt’sch mich glei drheeme. Iech bie uspringlich aus Grußschine (Gr0ßschönau) und hoa seit iech a Kind bie proaktiv n Diealekt gelarnt, gespruchn und a villn Urtn erlabt (Seifhennersdorf, Neugersdorf) – bie oalso a woaschechter Westoberlausitzer. Ich woar Mitglied dr „Grußschinner Schulsparlche“ dr Jugendtruppe vun dr Sing – und Trachtengruppe Großschönau. Die sein heute noch oaktiv und fiehren in Waltersdorf Theatersticke als „de Nubbern“ uff. Kinnt er amol googln.
S is abm su, doass jeds Durf schun andersch rumquirlt. Aber mir sein geprägt durch de Schriftn vu Bihms Koarle, Kurt Junge, Herbert Andert und Hans Klecker. Letzterer labt ja noch und is dichtsch aktiv und wird o im huchn Alter ne miede.
S is vielleicht ne goanz de Sproche ausn Sudetenloand aber kummt ruhig amol ins Zittauer Gebirge. In dan dichn Urten rund im de „Lausche“ und im Oberland um Sohland und „Gierschdurf“ wird noch goanz scheen gerullt und mit dr Zunge gewalkert. Dr urige Dialekt mit dem rollenden „R“ is schun noch lebendsch hier und es tut och Theatergruppen gahn, die ’n Dialekt labm (Sohland, Großschönau). Aber s is abm och su, doas de Sproche ne mi richtsch gepflegt wird. Desterwajgn isses o wichtsch, doas es Seitn wie die oan’n Netze gibt, wu Leute ihr’n Senf beisteuern kinn’n.
Hallo Herr Stange,
Nach langer Pause möchte ich eine Antwort zum Sudetendialekt senden.
Recht haben Sie, es gibt nicht den einen Sudetendialekt, sondern mehrere Dialekte der Sudetendeutschen kennt man. Sie haben viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Sie entwickelten sich über lange Zeit in den deutschen Siedlungsgebieten in Böhmen und Mähren, z.B im Egerland, Böhmerwald, Sudetenschlesien, Schönhengstgau und im großen Siedlungsgebiet Nordböhmens (Isergebirge, böhmisches Niederland bis böhmisch Leipa und Leitmeritz).
Der Begriff sudetendeutsch entstand erst viel später, nach dem ersten Weltkrieg. Damals schlug bei den Friedensverhandlungen von Saint-Germain 1919 Karl Renner, der Leiter der österreichischen Delegation die Bezeichnung „Sudetendeutsche“ für die Gruppe der Deutschböhmen“, „Deutschmährer“ und „Deutschschlesier“ vor. Dem wurde allgemein zugestimmt. Nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahre 1919 untersagten die national-tschechischen Behörden die Verwendung der Begriffe „Deutschböhmen“, „Deutschmährer“ und „Deutschschlesier“, um den Anschein zu erwecken, dass in Böhmen und Mähren keine Deutschen zu Hause waren. Sudetendeutsche wurde nun zum politischen Sammelbegriff für alle im deutschen Sprachraum der böhmischen, mährischen und schlesischen Gebieten der Tschechoslowakei lebenden Deutschen. Die Dialekte der verschiedenen Sprachgebiete der nun als Sudetendeutsche bezeichneten Deutschen lebten weiter.
Ich verstehe mich als Deutsch-böhme und als Oberlausitzer, weil ich in Nordböhmen, im böhmischen Niederland, an der sächsischen Grenze geboren wurde und dort bis zu meinem 10. Lebensjahr lebte und sprechen lernte. So wie ich als Kind sprechen lernte, habe ich es bis zu meinem 50. Lebensjahr als Umgangssprache mit meinen Eltern gepflegt. Nach Vertreibung, in der Schule, beim Studium und im Beruf war natürlich Sprechen nach der Schrift angesagt. Das RR und LL, nach Oberlausitzer Art dringt jedoch nach 85 Jahren heute noch durch.
Ich freue mich, dass ich mich nach vielen Jahren in Großschönau, Johnsdorf und Oybin wie zu Hause fühlen kann. Lediglich einige, bei uns in Böhmen übliche österreichische-böhmische Begriffe, wie Povidl, Kapuste, Pomeranze, Paradeiser, Jesmandjosef usw. vermisse ich.
Dass die norböhmische Mundart nahezu identisch ist mit der sächsisch Oberlausitzer Umgangsspracheprache, hat auch historischen Gründe, denn immerhin gehörte das Gebiet bis Bautzen über 300 Jahre zu Böhmen.
(Siehe hierzu Veröffentlichungen, wie: „Die ehemalige Kaiserstraße – Böhmen – Oberlausitz – von Prag nach Bautzen – Eine mehr als 700jährige Geschichte.“
Autor: Dipl.-Hst. Lutz Mohr, Greifswald)
Meine sächsisch – Oberlausitzer Nubbern verstehen, sicher, was mei Grußvota aus St. Georgenthal (, heute Jiřetin) mir einst, vor vielen Jahren beibrachte:
An Niedergrunde brannte e Haus, die Flomm’n die komm‘n zum Dache raus, es roochte ungeheuer.
Die ganze Nubberschoft, zumest ei grienen Schorzen, die sprong’n und schrien mit voller Kroft: „sat ok, dan Roch, dan schworzn!“
Die Meuer Anne kom rei gesprung, su blech wies Echel Däus‘l, „O Jesses Nubber Krumm ‚ ‘s brennt Koschper Nazen‘s Häusl. Schnell nammt euch Helm und Gurt und springt mit noch der Spritze, o Jesses hot ersch ne gehort o jesses diese Hitze!“
Und Nubber Krumm stond sachte uuf und ruckte siech die Hos’n und soote: „Uffs Brenn‘ do gab ich gornischt druuf, erscht miss’nse Feuer blos’n.“
Oh jesses, Geoergental ist ja grad mal 15 km von Altehrenberg entfernt, dem Wohnort meiner Großeltern.
„Nubberschoft“ kenne ich auch noch.
Danke für die Informationen. Dass die Oberlausitz sprachlich verwandt ist, wusste ich nicht.
Hallo Herr Klinger, Altehrenberg ist mir ein Begriff, dort wohnten meine Großeltern mütterlicherseits, sie hatten guten Kontakt zur Familie Klinger. Mit deren Enkel M. Kümpfel habe ich in Gotha die Schulbank gedrückt.
Und zu der Frage wegen Samstag und Sonntag, kann ich vielleicht beitragen, daß meine Oma immer so sagte: Samstag – Somsdich und Sonntag – Sunndich. LG Claudia St.
Hallo zusammen,
eine Interessante Internetseite. Ich bin zwar nicht im Sudetenland geboren, aber alle meine Vorfahren, und bei uns wurde insbesondere von meinen Großmüttern im Dialekt gesprochen.
Eine Anmerkung zur Mail von Thomas schönhoff vom 17.06.2020: „ärschlich“ wurde bei uns für ärgerlich benutzt.
Hallo,
Meine Mutter kommt aus dem Sudetenland vom Fuße der Schneekoppe und bei uns bedeutet „ärschlich“ rückwärts.
Ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen und habe mit großen großem Interesse die Sudetendeutschen Dialekte gelesen. Ich bin in Lindenau Krs. Böhm. Leipa am 25.06.1943 geboren. – spreche den Sudetendeutschen Dialekt noch perfekt der in mir immer ein Heimat Gefühl hervorruft ! Ich wohne in Meck.Pomm.und habe niemanden mit dem ich mich im Dialekt unterhalten kann ! Meine Frage wäre – wie komme Ich zu jeder Zeit auf diese Seite oder gibt es einen Ansprechpartner den ich kontaktieren kann um mir bei einigenFragen weiter zu helfen.
Lieber Herr Bönisch, zu Ihrer Frage:…eine Frage wäre – wie komme Ich zu jeder Zeit auf diese Seite oder gibt es einen Ansprechpartner den ich kontaktieren kann um mir bei einigenFragen weiter zu helfen.
Ich muss zugeben, dass ich das nicht ganz verstehe. Sehen Sie es mir nach. Diese Webseite ist immer zugänglich, dafür gibt es keinen Login. Der Newsletter den man hier abonnieren kann, informiert nur über die neuesten Beiträge auf der Seite, das sind Glossen, Gastbeiträge von AutorInnen zum jeweiligen Thema, welches monatlich wechselt. Es informiert über bevorstehende Wettbewerbe (dieses Jahr nicht) und eben auch über persönliche Erinnerungen von meinem Mann und mir. Doch auch hier sind die Einblicke in unsere Biografie sehr unterschiedlich und haben nicht immer mit Böhmen zu tun. Vielleicht aber findet sich eine Leserin oder ein Leser und der dies liest und sich bei Ihnen meldet, weil er ebenfalls Freude an einem Kontakt hätte. Das würde uns sehr freuen, wenn unser Blog hier mithelfen konnte.
Meine Großeltern haben auch noch den wunderschönen paurischen Dialekt gesprochen. Leider gibt es immer weniger Leute und der Dialekt stirbt aus. In Neugablonz, wo ich aufgewachsen bin, gibt es aber seit einigen Jahren eine Band namens „Mauke“ (https://www.mauke-dieband.de), die auf alter Mundart spielt und singt. Ist doch immer wieder schön, das zu hören!
Zum Beispiel das hier -> https://www.mauke-dieband.de/uploads/audio/Bodetog_pc.mp3
Hallo
ich bin Tscheche… den sudetendeutschen Diealekt kann man bis heute auf der Strasse in ehemaligem Sudetenland hören, besonders in westlichem Erzgebirge rund Neudeck (Nejdek).. wie zum Beispiel heute auf dem Platz in Bergstadt Platten oder Abertham (Horní Blatná, Abertamy)…. Empfehlenswert ist diese Initiativ des Landesverbands der Deutschen in Tschechien (Mundarten)
https://www.youtube.com/watch?v=5ib1ugjwSGg
Hallo allerseits,
Ich habe einerseits mit großer Freude und Begeisterung viele Kommentare gelesen. Anderseits macht es mich auch sehr traurig.
Meine Vorfahren haben viel erlebt und erlitten. Deshalb durften sie in der Tschechei wohnen bleiben. Leider habe ich aber meine Großeltern garnicht oder nur bis in die jungen Kinderjahre erlebt. Meine Eltern sind vor meiner Geburt nach Deutschland umgesiedelt. Meine restliche Verwandtschaft lebt noch in der Tschechei. Leider können aus meiner Familie nur mein Vater und meine Onkel den sudetischen Dialekt sprechen. Mein Vater spricht nur im Dialekt, wenn er mit meinem Onkel redet. Meinen Onkel sehe ich sehr selten und mein Vater kann/will mit den Dialekt nicht beibringen. Er sagt immer zu mir, dass er nicht weiß, wie er mir das beibringen soll. Er sagt es einfach so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Ich würde gerne diesen Dialekt erlernen.
Falls jemand von ihnen Lust hat seine Künste mit mir zu Teilen, so würde mich dies sehr freuen.
Als danke würde ich auch die böhmischen Serviettenknödel nach dem Rezept meiner Oma zubereiten.
Gruß
Maja
sehr gern wäre ich da behilflich, einfach melden ! LG Thomas
Hallo Maja P. , kann das sein, dass wir uns kennen? Deine Eltern kommen aus Vilemov (Wölmsdorf)? Sag deinem Vater mal er soll ganz einfach im Dialekt mit dir reden. Mit seinem Bruder tut er das ja auch. Wird ihm am Anfang komisch vorkommen, aber auf dies Weise lernt jedes Kind Sprache. Wenn du möchtest kann ich dir gerne auch das Büchlein von der Waldhauserin geben. Ihr könnt es ja zusammen lesen.
Ach ja, kannst deine Eltern gerne nach meiner Telefonnr. fragen und mich mal anrufen.
Gruß
Doris R.
Meine Mutter stammt aus Konstantinsbad.Benke geb.Sattler väterlicherseits Karnoll.und ich würde gerne den mailblog erhalten.vielen lieben Dabk
Hallo, ich wohne im Berchtesgadener Land, aber meine Oma kam aus Abertham, Jahrgang 1927 und wurde damals vertrieben. Hat vielleicht ein Leser dieser Seite auch einen solchen Bezug? Ich würde mich sehr freuen!! LG Claudia St.
Hallo Claudia, einen familiären Bezug nach Abertham habe ich nicht, aber ich komme von der sächsischen Seite des Erzgebirges. Der Dialekt ist aber derselbe, denn die Bergstädte auf dem Kamm wurden alle von sächsischen Bergleuten besiedelt und sprechen deshalb Arzgebirgisch so wie auch der Volkssänger Anton Günther. Auf youtube gibt es Beiträge über die sudetendeutsche Dialekte unter anderem auch von zwei Aberthamern, Gerhard Krakl und Eduard Kraus. Deine Oma hat bestimmt genau so wie der Eduard gesprochen. Hör dir es mal an! Viel Spaß !
Übrigens mein Schwiegervater war aus dem Schönhengstgau und dort wurde auch ein schöner ostfränkischer Dialekt gesprochen.
Hallo Claudia meine Mutter wurde 1929 in Abertham geboren, war mit ihr mehrmals in Abertham. Wie hieß denn deine Großmutter ?Habe auch noch Bilder und Unterlagen aus Abertham
ach ja, jetzt ist es mir auch wieder im Ohr. Simt = Samstag
Hallo, auch meine Eltern kommen von dort, beim suchen wie man Karfenadel schreibt bin ich auf diesen Blog gestoßen. Gibts eigentlich Kochbücher oder Rezepte aus der Gegend?
oh ja die gibt es und es heißt Karfenatl ! Gruß, Thomas
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Ein wunderschönes Gedichtbändchen, geschrieben in Dialekt sind die „Geschichten von der Waldhauserin“. Ich weiß nicht ob man die überall bekommt, auf jeden Fall sind sie über den Niederland Verlag erhältlich.
hallo ! Mein Name ist Thomas und mein Vorfahren kamen aus dem Kreis Gablonz/ Neisse im Isergebirge. Unser Dialekt ist sehr ähnlich, leider stirbt er auch aus, ich bin noch der Letzte, der ihn perfekt beherrscht und im Alltag anwendet. Ab und an wird noch in unserem Theater hier ein Mundartstück aufgeführt, allerdings wird es immer schwerer Mitspieler zu finden, die noch Dialekt sprechen.
Einige Proben unsere schönen Isergebirgsmundart, wie sie im Kreis Gablonz gesprochen wurde :
ärschlich verkehrt herum
kriewatschlich schief, krumm
kniebuhrich mit eingeknickten Knien laufen
worrocke ! warte mal !
kumm ock har! komm doch her !
Schieblich Schublade
Olmr Kleiderschrank
Tarras Böschung, Abhang
tschindern rutschen
brinklich bröselig
Haluschken Kartoffelpuffer
Gisslsoppe Suppe aus Sauerteig
vierschorrn herrichten, zubereiten
Bejmlschorb Blumentopf
Ziche Bettbezug
Wummsl kurzer Herren-Wintermantel
Pletsche Bratentopf, auch scherzhaft für Hut
Guscheklampnr scherzhaft für Zahnarzt
fejdrn sich beeilen, hetzen
Buchte Rührkuchen
opfuuzn jemanden unfreundlich anreden
Hallo, ich habe (1953 geboren) 1955-57 bei meinen sudetendeutschen Großeltern (Herkunft nahe Teplitz) im Thüringer Flüchtlingslager gelebt bis zur Übersiedlung in den Westen. Als Studentin war ich auf Exkursion in Ungarn und plötzlich kamen alle möglichen Begriffe aus der Versenkung, so dass meine Mitfahrer mich kaum noch verstanden. Da reichte das ungarisch gefärbte Deutsch um das auszulösen.
unter Buchte kenne ich nur ein Hefegebäck; tschindern habe ich auch benutzt, wir machten Erdäbbelgasch (Kartoffelbrei), Karfiol (Kohl), Liwansen (Hefeteilchen in der Pfanne). Hiedrobraad kenn ich auch.
Kennt jemand „Kaschamadiener“, wenn etwas Unangenehmes passiert ist…
Hallo,Herr Klinger. Ich habe Ihren Beitrag mit Interesse gelesen. Mein Name ist Antje Knobloch, geb. Zimmermann. Meine Vorfahren stammen aus Sudeten land,genau aus Abertham Abertamy). Meine Uroma und Oma mussten im Januar 1946 mit meinem Vater,1Monat alt, Abertham verlassen. Über das Erzgebirge sind sie irgendwann in Gotha angekommen. Leider weiss ich sehr wenig über das alles,weil meine Oma’s nicht gern darüber gesprochen haben. Aber ich erinnere mich auch an diesen Dialekt. Gern würde ich mehr darüber erfahren. Meine Oma hieß auch Anni. Herzliche Grüsse
Hallo, ich bin Karin, auch ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen. Ich bin Geburtsjahr 1954, meine Mutti Großeletern, Urgroßeltern usw. kommen aus Polaun, Gablonz, Dessendorf, Ich habe sie alle noch kennengelernt und auch diesen Dialekt, den ich verstehen aber nicht sprechen kann, nur Bruchstücke. Allerdings habe ich ein Lied aus meiner Kindheit im Ohr, welches wir auf Familienfeiern gesungen haben und ich bin auf der Suche nach dem Text. Vielleicht kennt es jemand,- in aller Gottesfruh, da geht’s gar lustig zu, die Leit sein wie die Narrn, gar lustig… -weiter fallen mir nur einzelne stellen ein. Ich bin gespannt. Bleibt gesund
….bei meiner mama war es der „Simschd“!
Hallo Herr Klinger,
bezüglich Samstag und Sonntag auf sudetendeutsch meine ich zu wissen, dass man das als Simt und Suntsch spricht, vielleicht auch regional abgewandelt anders. Meine Vorfahren muetterlicherseits kommen allesamt aus Niederkreibitz (Dolni Chribska) und Daubitz (Doubice) im Schluckenauer Zipfel. Diese sind auch alle 92 Jahre alt geworden. Ich, 1954 in Sachsen geboren bin nur im Kreise von sudetendeutschen aufgewachsen. Oft haben wir auch „getschabbert“, das ist eine Pokerspiel mit Geldeinsatz. Kennt das eventuell hier jemand und kann mir bei den Regeln helfen.
Heimatliche Grüße von Jürgen Ullmann
Ach, und ich hatte in dem Lied immer das Wort „Rotznase“ herausgehört ! Die Dialekte im Sudetenland sind doch sehr verschieden.
Hallo, meine Mama Annalise Groh kam aus Svor ist 1937-1945 in Hayda zur Schule gegangen. Ihre Schwester Charlotte Groh war bei der Vertreibung erst 5Jahre. Oma Marta Groh und Fam. Mitizky. Suche Mutti Freundin Familie Familie Anni Ullrich und Oma Annas Bruder Familie Fritz Mitwitzky. Unser Grab steht immer noch im Svor au h das Haus ist erhalten. Uroma Marta hat nur in dieser Sprache gesprochen,Paradiser. Sie wurden 1946 auf den Transport geschickt nach Mecklenburg und viele Menschen sind am Hunger, Typus und Trauer gestorben. Oma Anna und meine Mutter sprachen kaum über diese Zeit der Vertreibung. Sie durften wie viele Tausende keine Wertsachen mitnehmen keine Erinnerungen. Der Opa war tödlich verunglückt. Oma ist mit 3kleine Mädchen und einer alten Großmutter auf del langen Marsch zu Fuß teilweise mit Vietransport.
Halli Hallo,
Mein Opa ist, glaube ich, der gesuchte Fritz Mitwitzky. Die Familie kommt aus Svor und ist zur Zeit des 2. Weltkrieges nach Süddeutschland in den Raum Stuttgart geflüchtet.
Ich kenne einen Hern Ulrich,aber der ist aus Sloup/ Bürgstein und inzwischen 97 Jahre alt.
Hallo,
ich bin durch Zufall auf diese Seite gekommen. Meine Großeltern sind um 1900 in Schluckenau gebohren und sie sprachen diesen Dialekt. Die Wochentage Montsch, Dienstsch, Mitsch, Durschtsch, Freitsch, Suntsch und Sontsch. Der Mittwoch auch manschmal Miietewuche genannt. Wenn wir unverhofft zu unserer Oma kamen, dann kam an der Tür „Jessas mit eich habsch ock ni gerecht, schab ock blus a Stickerl Prasselkuche do“. Ein Wanerl war selbstverständlich ein Handwagen. Leider spricht niemand mehr in meiner Familie diesen Dialekt, aber ich fahre regelmäßig 3- 4 mal im Jahr in den „schluckschen Zippel“ oder noch weiter bis Böhmisch-Leipa wo mein Vater von 1938 – 1945 lebte. Der Niederlandverlag gibt die Zeitschrift „Unser schönes Niederland heraus, darin gibt es auch alte Geschichten im Dialekt. Meine Vorfahren habe ich bis 1794 erforscht und es geht weiter, jedesmal wenn mann etwas neues herrausgefunden hat gibt es Herzklopfen und feuchte Hände manchmal auch feuchte Augen…. In Filipov bei Rumburghabe ich vor ca 12 Jahren eine Familie getroffen die die dortige Kirche pflegten sie sprachen beide diesen wunderbaren Dialekt.
Lieber Herr Fruß,
auch einige Verwandte meiner Familie wohnten in „Schlucken“ unweit von „Armerch“, „Rummerch“ und „Phillipsdurfe“. Da ging es über die Grenze nach Sachsen – nach „Neugiersdurfe“.
Und „Mietewuuche“ – jetzt fällt auch mir der Ausdruck für den Mitwoch ein. Aber der Samstag/Sonnabend … der ist noch etwas im Dunkeln, oder ?
O Jerum doche !
Hallo Thomas Klinger,
was den Kurzfilm angeht habe ich die Lösung ihres Prooblems. Das Lied im Hintergrund ist ein altes Egerländer Volkslied.
Der Titel lautet: „Öitza will i oi(n)s singa.
Im Refrain hören sie im Liedtext des Films den Refrain “ Moidla rouhts nea(r, Moidla rouhts nea(r, kröigt koina an Mo(a, oidla rouhts nea(r kröigt koina an Moa(n“
Wenn sie Interesse am gesamten Lied (insgesamt 8. Strophen) senden sie mir bitte ein E-Mail an:
wohlrab@egerlaender.de
Ich kann das Lied dann einscannen und zumailen.
Mit Heimatgruß
G. Wohlrab
Stellv. BdEG-Bundesvüarstäiha
BdEG = Bund der Eghalanda Gmoin mit Sitz in Marktredwitz/Oberfranken
ca. 25 km entfernt von Eger / Cheb
akso in gablonz und Umgebung waren die Wochentage wie folgt :
Mountsch Montag
Dinntsch Dienstag
Mietwoch Mittwoch
Duurschtich Donnerstag
Freitsch, oder auch Frattsch Freitag
Simmd Samstag
Sunntsch Sonntag
Wie schön, dass noch jemand hier Phillipsdorf kennt, von dort kommt die Familie meiner Mutter. Und in Neugersdorf hat mein Opa in der Weberei gearbeitet. Hab noch heute Tischdecken und Bettwäsche die er entworfen hat.
Kartoffelbrei hieß bei uns nur Mauke, die Kaffetasse war ein Tippl/Dippl und der Wald der Buusch. Wie vermiss ich es jetzt diese Wörter zu hören, es ist nicht das Gleiche wenn ich sie sage.
Hallo, ja es gibt ihn noch den wunderbaren Dialekt!
Gestern waren wir in der Oberlausitz, in Sohland (gleich bei Schluckenau aber im sächsichen) ja dort wird dieser Dialekt noch von älteren Leuten gesprochen. Immer wenn wir Lust auf Dialekt haben fahren wir in die Gegend, südlich von Bautzen bis hinunter nach Zittau wird dieser Dialekt von älteren Leuten noch gesprochen auch Jüngere haben oft das lange „Rrrr“ in ihrer Kehle „un Rollen su schiine wense rredn“ Wenn man dann in einer Gaststätte mit den Menschen ins Gespräch kommt hört es sich immer gut an. Natürlich wird der Dialekt nicht mehr so hart gesprochen und jüngere haben oft nur noch noch das lange „Rrr“, aber es gibt Redewendungen wie zum Beispiel „mach ock“ oder „kumm ock“ die werden selbst von jüngeren noch häufig gebraucht. Ich kann jeden nur empfehlen, fahrt in diese wunderbare Gegend und genießt die Landschaft und hört den Menschen zu, es ist oft noch ein Genuss.
Ach ist des scheene. Kumm groad aus der Heimat meiner Vorfahren zurück …und bin zufällig auf diese Seite gestoßen.
Ich bin eine Enkelin der Stöckel-Dynastie von Klein Iser und war mit Mutti an Ustern noch einmal in ihrer Heimat und bei ihrem Elternhaus auf der Iser.
Ein Teil der Familie war auf der Iser geblieben und hat später in Ober-Polaun gewohnt, wo wir immer unsere Sommerferien verbrachten.
Ich habe eine Kassette mit Original-Stimmen „Frühling im Isergebirge“. Hier erzählen Menschen im Original-Dialekt über die Usterzeit, wenn´s Friejoahr kimmt.
O-Ton meiner Tante Olga: „… Ustern lag bei uns auf der Iser immer noch vill Schnie. Ejer hoatt mer ou, aber ne so vill, da die Hinner noch ne lejn doadn zu Ustern. Woar ja oalles noch so kaalt. …“
Auch Griendunnerschtoag war Thema und das Lied: „Hinte is Griendunnerschtoag, backt mer woas an Baddelsaak … “
Die Kassette ist alt und leiert, aber in der Osterzeit kommt sie zum Einsatz, um den Dialekt nicht zu vergessen. Ich bin mit dem Dialekt aufgewachsen und werde nie den Gesichtsausdruck meiner Freundin vergessen, als Omi uns aufforderte: „wascht euch ock di Pfuuten“.
Leider stirbt der Dialekt aus, wenn niemand mehr da ist, der ihn spricht.
hallo ! Sie erlauben mir einige Berichtigungen zu den Mundartwörtern. ich kenne Polaun und Umgebung sehr gut, es gehört ja auch zum Kreis Gablonz.
Es muß Hiehnr und nicht Hinner heißen, und leehn nicht lejn.
Griendunnerschtoag sagte man nicht, es hieß Grinndurschtich, das Wort Toag ist in der Mundart des Isergebirges ganz unbekannt.
Es heißt ferner “ gatt mr wos ann Battlsaak“, nicht “ backt mer woas…“. Und nicht Baddelsaak- Battlsaak ist richtig. Woscht euch ock de Pfutn ! Nichts für ungut und schiene Grisse und olls Gude, nauer ? Thomas
meine Wurzeln liegen in Warnsdorf. Mein Vater kommt aus Böhmisch Leipa.
Ich kenne diese Ausdrücke nur zu gut, Karfenatln mit Mauke gabs bei uns auch oft, auch Liwanzen, das sind die süßen Hefepfannkuchen.
Wenn ein Wasserhahn nur noch rieselt, hieß das „tschippern“, das galt auch für die Kaffeemaschine.
Der Rest in der Kaffeetasse hieß dann „Neigl“.
Und mein Onkel, der Karl Kasper, war nicht nur ein brillianter Musiker /und wohl ziemlicher Hallodri, sondern hat auch Gedichte verfasst ..
eines hieß „die Bauernhuxt“, aber ich weiß leider nur Fragmente.
„Auf einer Bauernhuxt, da wird was zammgejuxt,
wenn so die richt´schen Leute beisamm sein.
…
und eim niedren Zippel
stieht dos Dunke-Dippel
manscht ock ne gor so lange drinne rimm
ich will doch au ei Neigl
auf die Schöpsen-Schleigl
die sein ock gutt, wenn se so richtich schwimm.
….
ich weiß ne, s´is zum Verrecken
s´will mer gor ne schmecken
und die sauern Gurkl wirken au
und weils dunkel ist,
giech ock aufn Mist
nanu, der Vetter Anton kauert au schun dou.“
usw. usf.
seufz
ich finde es auch so schade, dass das alles verloren geht.
Vor 2 Jahren war ich nach einer Pragreise auf einem Abstecher in der alten Heimat meiner längst verstorbenen Eltern,
aber ich kenne da ja nichts …. wie schade, ich hätte mir gerne alles zeigen lassen.
Mein Großvater, der auch Karl Kasper wie mein Onkel hieß, kam aus der Nähe des Bösig, ein kegelartiger Berg nördlich von Prag.
Jaa, die „Huxt“ habe ich auch oft gehört. Das muss unbedingt in die Liste der sudetendeutschen Wörter!
Und die Wochentage:
Monsch, Dursch, Freidsch, Sundsch …. (bitte ergänzen !)
sehr zu empfehlen das umfangreiche Mundartlexikon “ Paurisch“, herausgegeben vom Mundartkreis Neugablonz, in Internet erhältlich.
Ach ja, und was den Dialekt aus Abertham angeht, den ich noch ein bisschen sprechen kann, war eine Frage wegen Samstag und Sonntag. Wir sagen dazu: Samstag – Somsdich und Sonntag – Sunndich. LG Claudia St.
Auf einer “ Huxt“ gab es dann “ ann Bräutschn“ und “ anne Braute „, also Bräutigam und Braut.
A “ Huxtbittr“ lud zur Hochzeit ein, in Bayern sagt man Hochzeitslader dazu.
Der Polterabend war “ dr Huxtbieroubt“.
Die Braut hatte “ anne Schleppe“ und ein “ Pukett“, also einen Schleier und einen Blumenstrauß, “ a Kranzlmadl“ ( also ein kleines Mädchen ) trug “ de Schleppe“ und der Bräutigam kam im “ Stießlfrack“ und hatte oft “ anne Ufntitte om Koppe“, also einen Gehrock und einen Klappzylinder auf dem Kopf ! Jo, su worsch salte ! Ja so war es früher !
Meine Vorfahren kommen aus Kittlitz nördlich von Haida. Wir waren vor zwei Jahren in der Heimat. Auch ich habe viele Fragen aus der Vegangenheit.
Es wäre schön, wenn Sie sich mal bei mir melden könnten.
Meine Vorfahren kommen aus Kittlitz nördlich von Haida. Wir waren vor zwei Jahren in der Heimat. Auch ich habe viele Fragen aus der Vegangenheit.
Es wäre schön, wenn Sie sich mal bei mir melden könnten.
MeineOma, geb. 1901 in Tetschen Bodenbach lebte bis 1984.Ich wuchs in Horn bei Karlsbad auf und lernte ihren Dialekt von klein auf
Wer spricht es noch gut?
Sie war sehr lustig, obwohl sie viel erlebt haben.
Ihr hosteHunga, kum rein und trink e Tippl Tee, oder wennste ni klei reinkummst, don hot der Klopfa Orbait… Jésus Maria, ni schon wiada, hol den Banghooda… Werde ich nie vergessen
Gerne würde ich diesen Dialekt noch hören.
Hallo Anne, würde gerne mit Ihnen Kontak aufnehmen wegen unserer Sudetendeutschen Vergangenheit VlG Sylvia
Vielleicht wäre es sinnvoll, zwischen dem (geo)politischen Begriff der „Sudetendeutschen“ und den ganz unterschiedlichen deutschböhmischen Dialekten zu unterscheiden. Der Begriff der Sudentendeutschen fand nämlich erst im 20. Jahrhundert, vor allem nach dem Ende des 1. Weltkriegs größere Verbreitung und meint heute alle deutschsprachigen Minderheiten, die auf dem Gebiet des heutigenTschechiens angesiedelt waren und nach dem Krieg vertrieben wurden. Dialektal haben die verschiedenen Gruppen aber mitunter gar nichts miteinander zu tun. Während das Nordböhmische zu den sächsischen bzw. schlesischen Dialekten gehört, ist das im westlichen Böhmen gesprochene Deutsch dem Nordbairischen zugehörig.
Es kommt ja auch niemand auf die Idee, Sächsisch und Bayrisch als verwandt zu bezeichnen.
Meine Familie mütterlicherseits kommt aus dem Kreis Tachau (heute Pilsener Region) und spricht also ganz anders als in den oben angegebenen nordböhmischen Beispielen.
Lieber Herr Vitzthum,
ihr Kommentar ist sicher sehr interessant und gibt vielleicht eine Anregung für einige Leser des Blogs. Unser Blog ist jedoch kein wissenschaftliches oder gar politisches*) Forum, sondern will Erinnerungen wecken und Emotionen hervorrufen.
Vorschlag: Machen Sie doch bitte eine Literaturliste zum Thema „Deutschböhmen“.
Ich jedenfalls habe Peter Glotzs Buch „Die Vertreibung, Böhmen als Lehrstück“ verschlungen.
*) O Jessas Maaria
Sehr geehrter Herr Vitzthum,
ihre Annahme, dass das Wort „Sudeten“ erst im 20. Jahrhundert „erfunden“ hat stimmt nicht.
Bereits Johannes Mathesius nutzte dieses Wort in einem Vorwort von „Martin Luthers Leben in 17 Predigen“ um 1560
Mathesius nannte bereits in diesem Vorwort für das Erzgebirge den Begriff „Sudetisches Gebirge“, also keine „Neuschöpfung des 20. Jahrhunderts.
MfG
G. Wohlrab
Bin heute hier auf diese Seite gestoßen und habe Ihren Kommentar gelesen. Mein Vater, Urgroßvater usw kommen aus Kittliz. Wir waren schön öfter dort. Wenn Sie das lesen und noch interessiert sind, bitte melden Sie sich. Ich würde mich gerne austauschen. Mütterlicherseits wäre ich auch am Austausch interessiert von Suttom. Wer kennt diesen Ort? Nähe Lobositz.
Ob ich sowas hier posten kann, weiss ich nicht.
Aber vielleicht könnte mir jemand den Text „übersetzen“?!
Ich bin mit der Mundart schlecht bewandert.
Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand helfen könnte.
Drumm komm zu uns, wenn Musik ejs,
vo Jounsdoff d Kalln so ganne.
Doch kimmt me so enn dann eis Pfejs, kons gor pross’ln mit de Stange.
Die Jonsdoffe hon helle Keppe,namsch ock e Mäd’l mit enn Haus.
Zuguterletzt dou lach’n die Kreppe uns Rousdoffe gehörig aus.
Liebe Grüße Karin M.
Darum kommen zu uns , wenn bei uns Musik ist, gerne die Kerle von Johannsdorf (Ortsname unter Vorbehalt).
Doch kommt mir so einer in die Quere, kann’s gar Schläge mit einem Knüppel geben.
Die Johannsdorfer sind schlau, nehmen sich ein Mädel mit nach Haus.
Zuguterletzt da lachen uns die Burschen und Rousdorfer( Ortsname unbekannt) gehörig aus
Liebe Frau Werner,
ist es eine Liedstrophe oder ein Gedicht und woher kommt es?
ich versusche es zu übersetzten, leider scheint einiges aber falsch geschrieben zu sein, da es so keinen Sinn ergibt.
Also ein Versuch :
Daher kommen zu uns wenn Musik ist, aus Johnsdorf die Kerle so gerne,
doch kommt man so einem dann ins Gehege ( Pfejs existiert nicht, das Wort muß falsch sein ),
kann es gar viele Schläge geben mit der Stange
die Johnsdorfer sind klug, nimm nur ein Mädchen mit ins Haus,
zum Schluß da lachen sie die Schlingel aus Rosendorf tüchtig aus.
Johnsdorf und Rosendorf liegen im kreis Tetschen-Bodenbach in Nordböhmen.
Aber wie gesagt, es schient in dem Spruch etwas zu fehlen, die Schreibung ist nicht richtig.
Trotzdem hoffe ich, ich konnte helfen. Gruß, Thomas
Johnsdorf ist ein Ort im Zittauer Gebirge sein (also deutsch). Zumindest kommt es in Frage. Das Gedicht erscheint mir auch im heimischen Dialekt verfasst zu sein. Aber die Wiedergabe ist natürlich interpretiert, weswegen es meiner Meinung nach zu den Missverständnissen kommt.
In meinem südlausitzer Dialekt komme ich an zwei Stellen ins Raten, aber vielleicht bekommen wir noch raus, was ein „Pfejs“ (ich hab es mit Haus versucht) ist oder ob mit Rousdorf auch Draußendorf bei Zittau gemeint ist?
Drum kumm‘ zu uns, wenn Musike is,
vu Jonsdorf de Karle su gerne.
Doch kimmt mir su enner vu dan dann oas Haus,
koanns goar proassln mit dr Stange.
De Jonsdurfer hoan helle Köppe,
namtsch ock a Mad’l mit en’n Haus.
Zuguterletzt dr lach’n die Kröppe
uns Rousdörfer gehierig aus.
.Mit großem Interesse habe ich ihren Blogq gelesen und selbst einen Beitrag eingetragen. Da ich mich so richtig mit dieser Form der Verständigung auskenne, hier noch einmal eine Bitte: Ich suche Personen aus dem Umkreis von Böhmisch-,Leipa, speziell aus Straußnitz und Neustadtl, die Interesse einer Publikation zur Geschichte von Kaufleuten (Zeitraum 1790-1916) haben. Es handelt sich dabei um die Familien Wünsch, Pietschmann, Wöhle,Langer, Hanke usw. Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören. Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Selz
selzmagdeburg@yahoo.de
Hallo, durch Zufall bin ich auf diese Internetseite gestoßen. Gemeinsam mit tschechischen Freunden haben wir ein Buch in deutscher und tschechischer Sprache veröffentlicht. Ich bin gebürtiger Straußnitzner (geb. 1940). Untersucht wird der schriftliche Nachlass der Straußnitzer und Neustadtler Kaufmannsfamilien Wünsch, Pietschmann, Wöhle, Hanke u.a.
Bei Interesse kann ich Ihnen nähere Informationen zu der Publikation und
dem Preis schicken.
Reinhard Selz
Magdeburg
.
Liebe Stefanie,
jaa, wie konnte ich „Huxt“ vergessen? Diesen Ausdruck habe ich als Kind oft gehört, wenn meine Großmutter aus alten Zeiten erzählte. Vor allem dann, wenn wir Kinder bei ihr übernachteten und sie – nach dem obligatorischen Gegrüssestseistdumaria – von ihrem Bett aus immer die selben Geschichten von sich gab. Nicht beim ersten Hören verständlich, denn sie hatte ihre Zahnprothese ins Wasserglas gelegt.
Nach meiner Erinnerung wurde als „Biehmsch“ jedoch das Tschechische bzw. die Tschechen bezeichnet, von denen man sich ausdrücklich abgrenzte. Man lebte streng getrennt. Heute würde man dies als „Parallelgesellschaft“ bezeichnen. Aber dies ist eine andere Geschichte ….(vielleicht schreibe ich mal einen gesonderten Blogbeitrag hierüber) .
Mit freundlichen „Jessas Maaria“
Thomas Klinger
Unser Opa und seine Schwester waren auch „Biehmsch „-Sprecher aus Schönerlinde (heute Krásná Lípa, nicht weit von Rumburk und Staré Křečany), und wenn die zwei zusammen waren, schlackerten uns als Kinder die Ohren! Wir erinnern uns leider nur an weniges: nach einem reichlichen Essen „sitzma då wie die sooten Kootzen“, besonders wenn am „Duntsch“ (Donnerstag) eine „Huxt“ (Hochzeit) war, und „Brut hamma ooch dahieme“. Viele der Quellen über deutsche Mundarten in Tschechien sind leider andere Dialekte als die in unserer Familie. Es freut uns aber, dass Interesse an der Bewahrung der Reste vorhanden ist. Die Familien hießen übrigens Fritsche und Michel, falls jemand noch von damals Namen kennt.
mit “ biehmsch“ meinte man aber nur “ tschechisch sprechen“, ein Deutscher redete nicht biehmsch ! Man sagte “ a pauert“ wenn er Mundart sprach.
Ich bin grad tief gerührt. Meine Familie kommt aus Hinterhermsdorf, meine Oma aus Nixdorf und in Hinterhermsdorf sind viele Elemente des sudetendeutschen noch im Gebrauch, wenn auch inzwischen abgeschliffen. Das rollende R hört man kaum noch, aber Halt ok ma de Gusche versteht jeder und das wird auch gebraucht. Ich bin mit Teichelmauke und Aardeppeln groß geworden. Ich empfinde gerade, wie sehr Sprache auch zu Heimat wird.
Maria Uhlig-Benz 16. Dezember 2018 um 21:37
Meine Urgroßeltern, meine Großeltern und meine Mutter sind gebürtige Sudetendeutsche. Gerade heute Abend sprach ich mit meiner Mutter über ihren Wohn- und Geburtsort Stachenwald, unweit von Fulnek. Meine Großmutter wohnte in Klötten. Sie hatte drei Schwestern, die ich noch als Kind in diesem herrlichen Dialekt sprechen hörte. Ich finde auch, dass er sehr warm und wunderbar besonders klingt. Da ich in einer Großfamilie mit den Großeltern aufwuchs, klingen mir viele obengenannte Wörter bekannt im Ohr. Ich genieße es jede Woche über meine Mutter, die jetzt immerhin 88 Jahre alt ist, aus der damaligen Zeit Interessantes zu erfahren. Gerade heute Nachmittag zeigte ich ihr eine Karte, die ihre Heimatstädtchen zeigen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die damalige Geschichte zu erfahren.
Beim surfen auf diese interessante Seite gestoßen. Meiner Mutters Geburts- und Wohnort bis zur Vertreibung war Stachenwald, der meines späteren Stiefvaters Fulnek. Ich selbst bin Ende 1945 in Neustrelitz/Mecklenburg geboren. Leider hat mir meine Mutter nie erzählt wie sie dorthin gekommen ist, denn meine Oma „landete“ in Bietigheim. Dies ist ein Puzzleteil in meiner Lebensgeschichte, das ich gerne finden würde. Zum Dialekt: mir sind auch viele Idiome durch meine Oma bekannt. Das „Reindl“ zum Kochen ist mir am besten in Erinnerung und ich ertappe mich manchmal, dass ich dieses anheimelnde Wort auch benutze.
Kennt jemand den Begriff „Bubelatsch“, den ich vor Jahren von einer älteren Frau aus dem Sudetenland gehört habe?
mit Bublatsch bezeichnet man einen etwas dummen, einfältigen, plumpen Mann soweit mir bekannt. In manchen Gegenden sagte man auch Plompaatsch oder Plumpaatsch. LG Thomas
„Hallo,
ich habe eine Frage: mein Vater ist 1939 in Gießhübel geboren. Können Sie mir bitte sagen, ob der Dialekt dort sich sehr von Ihrem unterscheidet? Ich würde gern wissen, was „Ruhe in Frieden!“ heißt?
Vielen Dank.
Schöne Grüße aus dem Alpenvorland.
Anke S.“
Hallo Thomas Klinger und Anke S.,
der Ort Gießhübel liegt ja in der Region Karlsbad, also mittem im Egerland.
Den Satz „Ruhe in Frieden gibt bzw. gab es eigentlich nicht im Egerland. Der letzte Gruß an einen verstorbenen damals und für mich auch heute noch:
„Da Herrgot lau(ß nan sölligh rouha“ (Der Herrgott lass ihn selig ruhen).
Mit Heimatgruß
Günther Wohlrab
Hallo, im Egerland, dazu gehörtauch Gießhübel, heit es nich Ruhe in Frieden. Dort sagte man „Da Herrgott lau(ß nan oder lau(s se sölligh rouha“, Mein Vater stammte aus Falkenaun undich (Jahrg. 1954) bin im Bundesvorstand des Bundes der Egalnda Gmoin tätig und führe auch die Eghalanda Gmoi Rawetz (Marktredwitz) und die Ortsgruppe der nochlebenden deutschstzämmigen Bürger in Falkeanu (Sokolov)
Zufaellig bin ich auf diese eure Seite gestossen. Meine Mutter kommt aus Boehmen/Maehren also auch Sudetendeutsche. Auf die Sprache hat sie mich erst neulich darauf aufmerksam gemacht. Aber dieser Dialekt ist mir nur wenig bekannt. Da ich so ganz auf Dialekt verzichten kann, ihn aber lustig finde und oft lache . Ein auch interessantes Thema. Nicht nur hier.
Gibt es hier Leser mit Vorfahren aus Markt Eisenstein?
Von meines Vaters Seite sind meine Wurzeln im Kreis Landskron. Leider ist nichtemand mehr da, der diese Sprache noch benützt. Sehr schade.
lach wie schoen das zu lesen, meine Grosseltern väterlicherseits und mein Vater haben noch so oder ähnlich geratscht.. Ich habe uach immer noch den Klang der Sprache im Ohr, speziell wenn meine Grossmutter mal wieder u Besuch war und mein Vater undseine Mutter nach2 Tagen so geredet ahben daswir nueschte mehr verstanden haben. Meine Vorfahren kamenaus der Gegend um GAblonz herum Morchenstern genauergesagt, Leider sind alle mittlerweiel verstorben und wie gesagt der Dialekt ist nimmer daheme nur noch im Herzen.
Danke fuerden kurzen Augenblick des Gluecks und Erinnerns
J. Brutscher geb. Ullrich
Och Gott näh, harcht ock mou ha!
Eech be ochtnvirtsch ei Bayern of de Welt komm und ho midm Sudetenlande eigentlich nischt on Hute – bis of doos, wos ma meine Mudda und mei Vota on mei Kappl gesteckt hon.
Meine Eltern stammen aus Nordböhmen, aus der Gegend von Tetschen-Bodenbach (Datschn-Boudnboch). Beide sind schon verstorben und mit ihnen ist auch ihre Sprache ins Land der ewigen Stille verschwunden. Aber ihr Echo hängt noch im Raum, speziell der Wortschatz und Tonfall meiner Mutter, die sich nie „sou richtsch“ an das Hochdeutsche oder gar den hiesigen Dialekt gewöhnen wollte. Mit dazu beigetragen haben wohl auch die zahlreichen Landsleute (meist Frauen), die hier in unserer Gemeinde eine „floselnd“ kommunizierende Schar bildeten. Das O in floselnd spricht man offen wie einen Vokal zwischen A und O, die Schweden schreiben dafür ein A mit kleinem O darüber.
Jo, jo, dos Flosln und da Floslkuchn: Mit flosln ist das lockere Gespräch gemeint, beispielsweise an der Kaffeetafel, wozu man den richtigen Kuchen, einen Floslkuchn eben, verspeiste. Passt ock oof! Da Kuchn is softsch und kleckert leicht! Mouhn, Bowidl, Quark und Rosinkn missn tüchtsch ofn Dägboudn drof geheiflt sein. Bei gewissen Zusammenkünften konkurrierten die Damen in „Floslkuch-Schlachten“ miteinander. Jede hatte ihr Spezialrezept.
So vergehen die Zeiten! Ich könnte mich noch – zwar stockend – an einem Geflosle beteiligen. Wie gesagt, es ist das heimelige Echo der mütterlichen Sprache. Der über allen anderen Wörtern thronende Ausdruck ist das OCK – halt ock de Gusche, sei ock brav, soa ock neij imma ock!
Meine Großmutter stammte aus ihrer Gegend und ich erinnere mich an ein Gedicht , “ Das Kaffeesackel “ geht in etwa so :
Ich bi da sa ick rene rus e gruse frend uf lofe, ick steh scho frie um viere uf damit ick ne verschlafe…………….ick moche eene wette, s gibt zentsderim keen eensche borg den ick ne bestiege hätte ……….a nappel salz, a taller ziegenkase, un masser leffel a dazu un pfaffer eian glasl.
Das ganze ist natürlich bei mir sehr lückenhaft vorhanden, aber ich erinnere mich daran, daß das Kaffeesackel dann die Milchhaut war, was ich immer sehr lustig fand. Gibt es vielleicht Bücher mit diesen Gedichten ?
Liebe Trude, das weiß ich leider nicht, aber hier kommen sehr viele Besucher auf die Seite. Daher die Bitte. Wenn Ihr darüber Lektüre kennt, dann postet die Titel mit dem Verlag. Das hilft allen. Sollte es tatsächlich kein „Bichel“ geben, dann wäre das tatsächlich ein Projekt, das wir gemeinsam starten könnten. 🙂 Denn ohne Eure Hilfe geht das natürlich nicht.
Wie ich mehrfach erwähnte kann ich nur mit Autoren glänzen, die ich kenne (und besitze). Diese „Bichel“ sind in der Oberlausitzer Mundart verfasst, was dem hier oftmals geschilderten Sudetendeutsch wohl sehr verwandt ist. Viele dieser „Bichel“ oder Bücher finden Sie nicht mehr bei Amazon und Co. Aber gerade bei Hans Klecker, der noch lebt und einen Internetauftritt pflegt, kann man dann auch hören, wie sich das anhört. Ansonsten trage ich mal ein paar Anregungen zusammen, die man auch mit etwas Recherche im Netz erstehen kann:
Herbert Anders:
———————————————
Ba uns derheeme
Mir senn aus dr Äberlausitz
Anne Fuhre Freede aus dr Äberlausitz
Äberlausitz – meine Heemt
’s gibt sicke und sicke
Aus’n Äberlausitzer Äberlande
Gunn Tag – meine liebe Äberlausitz!
Äberlausitz – meine Freede
Oallerlee aus unser Heemte – a unser Sproche
Hans Klecker (hans-klecker.de):
———————————————-
Äberlausitzer Jungn und Maajdl
Aus der Nubberschoaft
Der Großmutter in den Kochtopf geguckt
A Äberlausitzer Maajdl
Oack ne jechn
Woaas a Luder is, bleibt a Luder
Kurt Junge
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Wie’s de Goarbe gibt
Kratschmers Frieder uf’n Moaskenboall
Bihms Koarle (August Matthes)
———————————————–
Kraut und Rüben Fuhre 1
Kraut und Rüben Fuhre 2
Kraut und Rüben Fuhre 3
Helmut Petzold
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No onser Gusche
Noch ein paar Links – viel Spaß:
https://www.youtube.com/watch?v=3fXb4dwNWzI
https://www.youtube.com/watch?v=2ejEdjN6ZTs
https://www.youtube.com/watch?v=nAo6Rv1FyU4
https://www.youtube.com/watch?v=XMDcwKsf0tM
https://www.youtube.com/watch?v=4YoQAqlRc_g
https://www.youtube.com/watch?v=0oJ0lFJaf1w
https://www.youtube.com/watch?v=NItIxYgYO5A
https://www.youtube.com/watch?v=mZbn39BSB_A
darf ich fragen aus welcher Gegend dieser Dialekt sein soll ? „ick“ sagte niemand im Sudetenland und auch sonst verstehe ich aus diesem Gedicht leider fast nichts, das klingt sehr eigenartig . Gruß, Thomas
aus dem Schesischen und aus dem alten Gablonz (Jablonec)
Schade, dass auch hier nur Fragmente rekonstruiert werden können. Jedoch erkenne ich wieder die Oberlausitzer Mundart darin wieder, nicht zuletzt weil ich hier. Auch hier habe ich mal eine Übersetzung für mich angefertigt, mit der ich was anfangen kann:
Ich bie, doas soag iech reene weg, a grußer Freund vum lofen,
iech steh schund frieh um viere uf, damit iech’s ne verschlofe…………….
iech moache eene Wette, s gibt zengstrim keen’n eentschn Barg, den iech ne bestiegn hätte ……….
a nappel Salz, a Taller Ziegenkase, und Masser Leffel o derzu und pfaffer ei an Glasl.
Hallo Franz Patzelt,
Floslkuchn: Das war auf jeder Feier der Lieblingskuchen der Gäste. Meine Mutter stammte aus Jonsdorf (Janov) und der Nähe
von Herrnskretschen (Hrensko) und Tetschen (Decin). Es ist eine wundervolle Landschaft. Nachdem meine Mutter leider verstorben war,
besuchte ich das erste Mal dieser Gegend. Da fielen mir all die Erzählungen „vu dahoim“ wieder ein. Erst waren wir Kinder, und es hat uns nicht interessiert, dann
hatten wir selbst Familie und keine Zeit für „sowas“, und jetzt habe ich Zeit und Interesse, und es ist niemand mehr da, der etwas berichten kann….Schade.
Aber ich denke, es geht mir nicht alleine so.
Meine Oma kommt auch aus dem Sudentenland. Als Kind habe ich Sudentendeutsch immer „Ocke-Sprache“ genannt. Lexikalisch bereichernd, viele Ausdrücke findet man auch in Österreich. (Bsp. Paradeisa) – „Als Böhmen noch bei Östreich war…..“ Schade finde ich aber, dass viele Sudentendeutsche ein Problem mit dem Dativ und Akkusativ haben… (Wir wünschen UNSEREN Freund Josef Schmidt gute Fahrt und EIN guten Rutsch ins Neue Jahr“ — ehhm…)
Ich würde gern mal wissen ob auch jemand aus dem ehemaligen Sonneberg jetzt slunecna dabei ist?
Meine Oma war da geboren.
Hallo Alexandra meine Mutter hat in slunecna gewohnt bis 1945 wie hieß denn deine Oma und wie lange hat sie denn in Sonneberg gelebt?
Ach, zu den Wochentagen fallen mir noch ein:
– Suntsch = Sonntag,
– Freitsch = Freitag und
– Dursch = Donnerstag.
Der Donnerstag ist mir auch wegen des Gründonnerstag in Erinnerung. Wir Enkelkinder wurden nämlich nicht an Ostern beschenkt, sondern am Gründonnerstag. Man erschien also am Gründonnerstag bei den Großeltern und Tanten und sagte folgendes Sprüchlein auf: „Gelobt sei Jesus Christus- mir komm ok zum Griendursche!“. Worauf man dann ein Packl mit Süssigkeiten bekam.
Also wenn scho: Mir komm ok zum Gründursche gib was in mein Bettelsack das ich au was zum tragen hab laß mich ned so lange stiehn ich muß a Häusle weiterziehn gib grüne oder weise das was die Hühner sche….!
„Iech bie a klejnes Pinkl, krich ei olle Winkl, losst miech ne zu lange stiehn, iech muß a Häusl wattr giehn! “ Gelobt sei Jesus Christus zunn Grinndurschtsche ! odr mr sohte ou:
„Iech bie a kleenr Keenich, gatt mr ne zu weenich, loßt miech ne zu lange stiehn, iech muß a Häusl wattr giehn !“
Meine Mutter und ihre Schwester haben sich am Gründonnerstag immer angerufen und noch vor der Begrüßung sprachen sie im Chor: gelobt sei Christus zum Griendursche.
beide kamen aus Ringelshain. Während unsere Tante den Dialekt von Osttirol komplett angenommen hat, hat unsere Mama in Nordtirol mehr nach der Schrift gesprochen. Oma hat sich nie umgestellt und das Umfeld hatte ganz schön zu tun, sie zu verstehen. nur wir waren es von klein auf gewohnt
Gudn Morgn zum Grindonnerschtag
Geht mir woas aan Battlsack!
Ne zu vill und ne zu wink,
doas mer ne dr Sack zerspringt.
Kimt ar ne raus, kimmt sie ne raus.
Dr kummt a kleener Junge naus
Und teelt de goanzn Braazn aus.
Lässt uns ne zu lange stihn,
mer wulln a Häusl wetter zieht.
als kleiner Junge aus Liberec (Reichenberg) sprach ich fliessend den SD-Dialekt, nach dem Krieg nur noch tschechisch , später geflohen in die Schweiz, wo ich Schiitzertütsch lernte
trotzdem blieben einige Wörte in Errinerungen – weiss aber nicht wie man sie richtig schreibt. z.B.
schiine Hux = schöne Hochzeit
Areplmauke = Kartoffelpüree
Aale Moon = alter Mann
Mountsch = Montag
Pronz = Kartoffelpuffer
bin mir aber sicher, ich würde das SD-Deutschwieder schnell verstehen!!
hallo ! Sehr interessant, meine Verwandten heißen auch Plichta, stammen aus dem Kreis Trautenau ( jetzt Trutnov) im Riesengebirge und wohnen jetzt im Erzgebirge bei Annaberg. LG Thomas
Hallo,
gerade war ich auf der Suche nach Information zum Sudetenland. Die Familie von meinem Papa als auch die Familie meiner Mama kommt aus dem Sudentenland. Die Familie meiner Schwiegermutter ebenso.
Familie von Papa (Waldschnitz, Aussig)
Familie von Mama; (Olitzhaus und Aich, Karlsbad)
Leider sind bei uns alle verstorben, die den Dialekt noch gesprochen haben. Ich kenne nur einzelne Ausdrücke davon.
Z.B. nossa survus! (ich weiss nicht, wie man es schreibt) und jesses …
Ich würde gerne mehr Informationen sammeln zu meiner Herkunft.
Ein Bruder meiner Oma ist in Tschechien geblieben. Die Familie wohnt in Prag.
Habt ihr Tipps, wie ich zu mehr Informationen komme?
Ich möchte dieses Jahr gerne die Ort ebesuchen, auch wenn es die Dörfer oftmals gar nicht mehr gibt, leider.
LG Nicola
Hallo, versuches mal bei der Landsmanschaft der Sudentendeutschen…. oder in neugablonz beim Heimatverein, vll. koennen dir die weiterhelfen,
denn in Neugablonz ist eine Menge der Gablonzer Glasindustrie wieder nachdem Kreig ansässig gewesen und sindsiewohl immer noch… Sollen auch Aktivsein in der Voelkerverständigung mit den Tcheschen ….
Rüdiger Bauer, 19. 12. 2017
Regelmäßig lese ich die Nachrichten der Sudetendeutschen Landsmannschaft aus Österreich, die seit dem Erscheinen meines Buches „“Wie und Warum wir so waren? – Erinnerungen an Damals, Schicksalsjahre 1925 – 1945“ zu meiner laufenden Lektüre gehören. Ich stamme aus dem am Fuße des Erzgebirges liegenden früheren sudetendeutschen Städtchen Komotau, Geburtsjahrgang 1925. Seit einigen Jahren ergötze ich mich mit großem Vergnügen immer wieder aufs Neue an meinem Heimatdialekt. In der Komotauer Zeitung, die von der Landsmannschaft des Heimatkreises Komotau und des Mittleren Erzgebirges in zweimonatlicher Folge herausgegeben wird. Hier erscheinen ab und zu Beiträge in meiner heimatlichen Mundart. Ich muss gestehen, dass es mir manches Mal nicht ganz leicht fällt, den geschriebenen Dialekt meiner Schulzeit in sprachliche Originalität umzuformen und gleichzeitig den hochdeutschen Sinngehalt klar zu deuten. Aber die mir wohlbekannten Arzgebarchlieder von Anton Günther habe ich noch bestens drauf: „Wenn’s draußn wieder schneit, do hommer unnre Freid, s’fengt üweroll ze waweln o, s’is draussn gute Schnneschuhboh, und liecht auf unnrer Höh s’erste Finkla Schnee, nort schnoll mr unre Schneeschu aa un forn davo….“
Mit landsmannschaftlich- weihnachtlichen Grüßen
Rüdiger Bauer
Jetzt könnt ich gleich weinen, das Lied hab ich mit meiner Mama immer gesungen. Vielen vielen Dank dafür!
Ist ja erstaunlich, dass sich die Enkelgeneration der Vertriebenen noch für sudetendeutsche Dialekte interessiert. Ich bin 1939 in Karlsbad geboren und im Erzgebirge (Bergstadt Platten), aufgewachsen, sodass ich zwischen dem erzgebirger und dem egerländischen Dialekt unterscheiden kann. Ich habe beide Idiome in meinem autobiografischen Roman „Der böhmische Türmer“ in Dialogform verwendet, wobei mir diverse Heimatzeitschriften und die Liedersammlung von Anton Günther eine große Stütze waren.
Im Internet ist das Buch noch antiquarisch verfügbar (Literaturkritik von Karl Markus Gauß), Restexemplare noch in meiner Reserve, falls sich jemand dafür interessiert. Eine Neuauflage ist geplant, aber ich weiß nicht, wann die Entscheidung „ausgereift“ ist.
Egerländisch????? Im Egerland nicht mehr vorhanden, ganz wenige alte Menschen sprechen es noch!! Wer weiss schon heute noch Ausdrücke z.B. wie galing – schnell????? Ich bin in Unterreichenau bei Falkenau/Sokolov aufgewachsen unter Kindern, dessen Väter blieben , da Kohle gefördert werden musste! Nun sind diese weggestorben oder doch noch ausgesiedelt. Vielleicht spricht man diesen Dialekt noch in Rehau oder Schriding, also auf der deutschen Seite.. Aber drüben im Egerland ist der Dialekt verschwunden.
A.Bergmann
Hallo Angelika, die Egerländer Mundart wird in der Tschechei noch immer gesprochen. Man hört sie oft bei den Ortstreffen der Deutschen Verbände in der Tschechei. Und da ist sie sogar noch unverfälschter als bei und in Deutschland.
Gruß
Günther
Jürgen aus dem böhmischen Erzgebirge 18.12.2107
mein Heimatort und die Orte meiner Mutter und meiner Großeltern liegen direkt an der sächsischen Grenze im Kreis Marienberg.
Auf sächsischer Seite – die Orte sind nur druch den Grenzbach getrennt – sprach man früher, vor 1945, fast die die gleiche erzgebirgische Mundart, wie auf der böhmischen Seite.
Das ist das große Glück, dass die Mundart unserer Eltern und meine Kindersprache noch heute in den Grenzdörfern des Erzgebirges gesprochen wird. Wenn ich also meine heimatliche Mundart hören und sprechen möchte, so kann ich dorthin fahren und mit etwas Eingewöhnungszeit gelingt es mir, mittels der aufgefrischten „Heimatsprache – Heimatdialekt“ mich wirklich heimisch zu fühlen. Auch die Erzgebirgslieder des bekannten Liedermachers Anton Günther helfen, die elterliche Mundart zu pflegen, obwohl Anton Günther die Sprache um Gottesgab und St. Joachimsthal in seinen Liedern festgehalten hat.Da gibt es zwischen dem Ost- Mittel- und Westerzgebirge auch recht große Unterschiede.
Andere sudetendeutsche Regionen sind da viel schlechter dran. Diese Mundarten sterben unwillkürlich in den nächstenJahren aus.Pflegen wir unsere Muttersprache so lange es irgendwie geht.
Grüße von Jürgen.
Jesses Kraiz, Måria, Steinsepp un‘ Antonfichte, un‘ Thomås wår ach nooch a Heiliga!
So flucht man bei uns daheim, oder drückt auch gerne Erstaunen aus. Hier darf das gerne als Erstaunen interpretiert werden. 😉
Ich grüße, Maria mein Name, 18 Jahre jung. Meine Wurzeln liegen ebenfalls im Sudetenland und ich spreche unseren Dialekt “Vu Dahoim“ auch noch fließend.
Ich stoße jetzt erst auf deinen Blog, und fühle mich direkt heimisch, diese “Vokabeln“ finden bei uns tägliche Anwendung.
Ich finde den Eintrag hier wirklich berührend, denn du hast vollkommen recht, Dialekte sterben aus, und ich bin mit dem Sudetendeutschen aufgewachsen. Meine Oma hat mir noch, bevor ich richtig anfing zu sprechen, Sudetendeutsch beigebracht, somit sprach ich unseren Dialekt, bevor ich Hochdeutsch lernte.
Meine Oma kommt aus dem ehemaligen Kreis Bären, um genau zu sein aus Herlsdorf (jetzt Heroltovice). Liegt bei Stadt Liebau.
Meine Mutter spricht ebenfalls fließend, sowie mein Onkel. Wir unterhalten uns immer im Dialekt, wechseln im Gespräch, wenn andere Leute anwesend sind, auch fließend.
Meist wird man dann gefragt, was das denn für eine komische Sprache sei, immer sehr amüsant.
Ich betreibe seitdem ich sechzehn bin Ahnenforschung und verschriftliche seit ich fünfzehn bin nach und nach die Geschichte meiner Oma, ebenso wie die Geschichten der anderen Vertriebenen, die noch leben und in erreichbarer Nähe wohnen.
Wir halten noch immer jedes Jahr ein Heimattreffen ab, und können in diesem Jahr noch immer 14 Anwesende verzeichnen.
Das Treffen ist für alle Herlsdorfer, die hier in unseren Land-Kreis kamen. Für das ehemalige Dorf meiner Oma also eine stolze Zahl.
Ich schätze es liegt wohl an meiner Erziehung, da ich den größten Teil meiner Kindheit bei meinen Großeltern verbrachte, aber dieser Eintrag hier hat mich bewegt.
Irgendwo ist das Sudetenland auch meine Heimat. Im Herzen zumindest, denn ich habe es mir, wie einige andere hier, ebenso zur Aufgabe gemacht, die Geschichte, die Sprache, die Bräuche und die Kultur weiter zu tragen.
Ich danke dir für diese Erinnerung an die Sprache, auch wenn wir etwas anders reden. 😉
Es bleibt aber das Gefühl, nicht alleine zu sein, nicht die letzte Generation zu sein.
In diesem Sinne:
Die besten Grüße,
Maria
Hallo Maria bin erst heute auf diese Seite gestoßen und sehr berührt. Meine Mutter, 95 Jahre, ist im Kreis Bärn geboren. Mit ihrem Heimatdialekt bin ich aufgewachsen und beherrsche ihn recht gut. Nein, du bist nicht allein mit deinem Bestreben, diese Sprache weiterzugeben. Ich freue mich, dass viele aus der Generation der Enkel sich für die Geschichte ihrer Vorfahren interessieren. Es grüßt dich in Verbundenheit Christa
Ich bin 1943 in Lindenau Kr. Böhmisch Leipa geboren und spreche unseren für mich über alles geliebten Dialekt noch sehr gerne aber leider für mich allein und habe niemanden mehr mit dem ich in meiner Mundart ratschen kann ! Wohne nähmlich in Meck. Pomm und viele Sudetendeutsche sind schon verstorben. Wo und wie kann ich mich informieren ?
Sehr geehrter Herr Bönisch, ich habe heute leider erst diesen Blog und Ihren Artikel gefunden. Ich komme auch aus M/V und gehe mit meiner Mutter ( geb.1939 in Pohorz , später wohnhaft in Presei Kreis Aussig ) zum monatlichen sudetendeutschen Heimattreffen in Rostock. Die Teilnehmerzahl steigt gerade etwas an, da sich auch die Nachkommen für Geschichte ihrer Eltern interessieren. Vielleicht haben sie Interesse? Die Heimatfreunde freuen sich über jeden Einzelnen, der die wertvollen Erinnerungen noch in sich trägt und die wunderbare Mundart spricht.
Meine Ahndeln mütterlicherseits stammen aus Nordböhmen aus der Stadt Arnau an der Elbe, nördlich von Königgrätz und östlich von Trautenau und sprachen und sprechen aber, teilweise noch auf Grund ihrer Wiener und Prager, ihrer christlichen und jüdischen Wurzeln weniger die ländlich-deutsch-schlesische Spielart der Sprache als vielmehr ein hoffärtiges Schönbrunner-Prager-Hofrats- oder „Kanzleisudetendeutschböhmisch“, keine ganz einheitliche Sprache, vielleicht ein „K&K-Bildungsbürger-Soziolekt“; Abteilung Südost, Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, so wie Franz Kafka, Sigmund Freud, Karl Kraus, Friedrich Torberg, Max Reinhardt, Ferdinand Porsche, Lore Lorentz und in jüngerer Zeit vielleicht noch Otfried Preussler, Fritz Muliar und Georg Kreissler im Alltag geredet haben mögen.
Aber auch das kann für einen 1962 in Schwaben geborenen Sudetenbayern (Vater Alt-Schwabinger) wie mich ein warmer und behaglicher sprachlicher, Identität und geistige Heimat schenkender Schoß sein, aber leider auch einer, den es bald gar nicht mehr geben wird.
Meine Großeltern stammten aus Straußnitz. In der Nähe von Laipa.
Gapse und Pootschen kenne ich auch noch.
Mit Gapse war eine Hosen,-oder Jackentasdhe bezeichnet
Und Antel – Ente
Musche – Tasche
Laberwürschte -Leberwürste.
Ja schade daß dieser Dialekt ausstirbt. Für mich hat er etwas anrührendes was mich an meine Kindheit und an meine Großelerten erinnert.
Lieber Herr Franko!
Meine Großeltern und mein Vater waren gerade mal 10 km entfernt in Altehrenberg ( „Arrmerrrch“). / Stare Krecany!
Nixdorf tauchte in den Erzählungen meiner Großmutter auch auf, aber ich weiß nicht mehr in welchem Zusammenhang. Vielleicht fragen Sie Ihre Mutter nach den Klingers und Menzels aus Armerch….
Schreiben Sie mir doch bitte auf info@quintessenz-manufaktur.de, welches Wörterbuch Sie haben:
Mit freundlichem Gruß
Thomas Klinger
Nu bei uns drheime gabs immer Karfenadeln mit Mauke, meine Mutter aus Nixdorf bei Rumburg lebt noch und mir Ihr zusammen bekommen ich noch ein Gespräch im Dialekt hin, fast alle andern vu drheime sind aber schon gestorben. Ich hab mir ein Wörterbuch besorgt damit ich die Texte und Gedichte meiner Vorfahren auch verstehen kann…
Kroppzeug! http://universal_lexikon.deacademic.com/98609/Kroppzeug — Es gibt doch sudetendeutsche Wörterbücher. Einfach googeln ,-) auch unter Germanistik. – Inzwischen gibts wohl fast keinen Menschen mehr, der das spricht …
„Kroppzeug “ sagte man aber in Ostpreussen, im Sudetenland ist es mir vollkommen unbekannt.
„anne Kroppe“ ist bei uns ein kleiner frecher Junge, “ zwej Kroppn“ sind dann zwei von der Sorte.
„a Kroup“ ist ein Kropf am Hals und „anne Krappe“ ist eine Krücke zu Gehen.
“ Kroppn“ sind aber auch Krapfen, also “ Berliner“ wie die Norddeutschen sagen.
Zu empfehlen ist das Mundartwörterbuch von Dr. Erhard Bergmann, leider nur noch antiquarisch zu bekommen oder das umfangreiche Mundartlexikon “ Paurisch“, das man im Net kaufen kann. Mit “ paurisch“ bezeichnet man den Dialekt, der in Nordböhmen gesprochen wurde.
Kroppzeug! http://universal_lexikon.deacademic.com/98609/Kroppzeug
Ich stoße jetzt erst auf dieses Blog, da ich gerade einen entsprechenden Text in Arbeit habe. Ich bin in Aussig, tschechisch Ustí, geboren und habe den dortigen Dialekt noch im Ohr. Gerade fiel mir ein abfälliger Ausdruck für nervende Kinder ein: Krepper (so gesprochen; geschrieben vielleicht Kröpper, da der Singular „Kropp“ lautet). Kennen Sie dieses Wort? – Ich suche noch nach einschlägigen Wörterbüchern.
Hallo Frau Dr. Lücke,
ich bin durch Zufall auf diesen Blog gestoßen, ebenso ein Zufall ist, dass mein Großvater väterlicherseits ebenfalls aus Aussig stammte.
grüß Gott !
da ich 44 in Baunau/Sud geboren bin , beherrsche ich den dortigen Heimatdialekt noch aus dem ff ! Bei dem besagten Ausdruck “ Krepper “ handelt es sich nach meiner Meinung
um das hochdeutsche Wort Kropf . Im Braunauer Dialekt spricht man es langgezogen aus Kroop und heißt Kropf , also etwas kleines – man verwendete “ kroop “ im Zusammenhang
mit kleinen oder größeren Kindern / Personen , oft etwas negativ angehaucht : Beispiel – dos is a klenner (kleiner) kroop oder : dos is a bieser(böser) kroop- gemeint ist hier ein etwas
kleinwüchsiger Erwachsener . Im Singular ein langgezogenes o `kroop und im Plural scnnell ausgesprochen kreppe , also nicht krepper ! Noch ein Beispiel für kreppe im Dativ ver-
wendet ; dos sein zwee Monsm mit Kreppa übersetzt : das sind zwei Mannsbilder mit Kröpfen
viel Spaß – leider stieß ich erst heute auf diese seite
Hallo,
ich habe eine Frage: mein Vater ist 1939 in Gießhübel geboren. Kann mir bitte jemand sagen, ob der Dialekt dort sich sehr von diesem hier unterscheidet? Ich würde gern wissen, was „Ruhe in Frieden!“ heißt?
Vielen Dank.
Schöne Grüße aus dem Alpenvorland.
Anke S.
hallo Anke ! Soweit mir bekannt ist Gießhübel im Egerland, dort sprach man wie in der Oberpfalz, also kein schlesischer Wortstamm, sondern bayrisch.
Wie meinen sie was “ Ruhe in Frieden“ heißt ? Meinen sie im Dialekt ? Gruß, Thomas
Hallo Thomas, ich berichtige,dass der Egerlönder Dialekt mit dem „nordbairischen“ Dialekt der Oberpfalz verwandt ist aber sich in speziellen Wortschöpfungen weieter entwickelt hat.
Also wenn man einer trauernden Person Beiled wünschte hieß es: Da Herrgott lau(ß nan (männlich) oder lau(s se (weiblich) rouha.
Meine Oma kam aus Herrnskretschen. Ich erinnere mich noch, dass sie, wenn jemand nicht gut laufen konnte, sagte: Der kreppert rum.
Es ist wirklich schade, dass eine Sprache so untergeht. Ich bin erst nach dem Krieg in Franken geboren, aber ich kann mich noch sehr gut an meine Grossmutter und deren sudetendeuschen Dialekt erinnern. Aus der Sprache hörte ich so eine Wärme, Zuneigung und Liebe wie es einfach nur Omi´s können. Ich habe leider später den Dialekt kaum noch gehört und Omi hatte es schwer ihren kleinen Kurzwarenladen mit Nähseiden, Damenstrümpfen und Unterwäsche in Würzburg zu führen.. Sie ist in Franken eine Fremde geblieben.
das mit dem Fremde bleiben gibts immer noch auch nach zig Geneationen so, ich kenn das aus Kaufbeuren/Allgäu
da heisst es immer noch die da die Neugablonzer sie bleiben hatl die Fluechtlinge auch wenn sie mittlerweile die Glasindustrie und den Modeschmuck wieder ganz weit nach vorne gebracht haben und viel fuer die STadt Kaufbeuren getan haben.
ich hänge da immer mittendrin habe Verwandschaft auf beiden Seiten., wohne allerdings gottlob in NRW..
ich freue mich ueber jeden Alten den ich immer noch Dialekt reden hoere.. Meine Tante hat fruher mal Gedichte geschrieben aber leider sind alle ihre Aufzeichnungen wie durch ein Wunder verschwunden..und sie selber .istscon lange verstorben. ..
Wie hieß Ihre Oma? Ich bin auch in Würzburg geboren (1952) und meine gesamte Familie stammt aus dem Sudetenland:meine Mutter aus Svojetin und mein Vater aus Budweis. Es haben so viele Svojetiner im Raum Würzburg gelebt, mit denen wir natürlich auch alle Kontakt hatten.
Neben dem 04-Sportplatz in der Frankfurter Straße gab es ein kleines Geschäft für Kurzwaren usw der „Fuchsen-Ritsch“: Könnte das Ihre Oma gewesen sein?
Gruß aus Mexiko