Zeitreise durch Jahrzehnte im Nähkasten meiner Schwiegermutter
#Fingerübungen #Biografieschreiben #Zeitreisen im Alltag
Meine #Zeitreise heute. Der Nähkasten meiner Schwiegermutter ist ein imposantes Ding, mit Rollen und zum Ausklappen. Kürzlich fand ich dort diese Sicherheitsnadel. Es brauchte ein wenig, bis ich begriff, was ich da herauskramte. Eine Windelnadel. 🙂
Überhaupt war das Sichten des Nähkastens eine Zeitreise durch den Alltag der letzten Jahrzehnte. Wenn ich den Kasten öffne, steigt immer noch ein Geruch empor, von seifig-warm bis ein „bissle“ staubig.
Was heute so modern „Nachhaltigkeit“ genannt wird, war früher normaler Alltag. Man verwahrte kleine Reste von Gummis und Stopfgarnen. Davon abgesehen, dass man damals noch stopfte und Socken etc. nicht einfach wegwarf. Daher finden sich im unterem Fach Stopfgarne in allen Farbschattierungen. Nadelmäppchen mit ‚Nesthäkchen‘ (Mädchenbücher aus den Jahren 1913-1925) und mit pädagogischen Anspruch, Kupferschablonen für Initialen. Mit einem speziellen blauen Stift ausgefüllt, und schon konnte frau die ganze Weißwäsche am Abend besticken, und wenn es ein Haushalt mit Radio war, konnte sie dabei Musik hören. Das Fernsehen kam später.
Bisweilen danke ich meiner Schwiegermutter Hannelore (Jahrgang 1925) still, denn sie sammelte Knöpfe, die heute ein Vermögen kosten würden, und bewahrte sie sorgfältig in alten Niveadosen und von ihrem Vater Otto geleerten Zigarilloschachteln .
Im vererbten Nähkasten liegt auch die erste Handarbeit meiner Tochter aus der Grundschule: ein mit Zierstichen geschmücktes Nadelkissen. Mein Gott ist das lange her!
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