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Sichtbar 2021 – Kennen wir uns noch?

Eine Fotokunstaktion in Heppenheim und wir – mein Mann und ich –  sind dabei.

SICHTBAR 2021 macht Kunst und Kultur für jeden erlebbar Fotokunstprojekt am Heppenheimer Eckweg bereichert in Zeiten der Pandemie.
Ohne offizielle Eröffnung und Festreden wurde kürzlich die Outdoor-Ausstellung SICHTBAR 2021 an die Bevölkerung übergeben. Die beiden Heppenheimer Fotografen Johannes Kaiser und Matthias Schäfer wollen in Zeiten des Lockdowns Kunst wieder sichtbar und erlebbar machen. Sie konzipierten eine Outdoor-Ausstellung beginnend am Eckweg entlang der denkmalgeschützten Mauer des ehemaligen Vitos-Gelände. Auf zehn großformatigen 120cm x 400 cm wetterfesten Exponaten präsentieren sie Schwarz-Weiß-Aufnahmen von 70 Bürgerinnen und Bürger aus Heppenheim und den Stadtteilen. Schwarze Flächen auf den Plakaten symbolisieren Bereiche, die uns allen in Zeiten der Pandemie fehlen. Durch die ungewöhnliche Anordnung der Portraits wird der Betrachter angeregt, sich mit verschiedenen Fragen zu beschäftigen.
„Kennen wir uns noch?“ ist dabei einer der Aspekte.Wie ändert sich das Kommunikationsverhalten und wie gehen die Menschen damit um, dass Emotionen selten erkannt werden können, sind weitere Bereiche, die beleuchtet werden. Kurz-Interviews über QR-Codes von einige Protagonisten und den beiden Machern geben der Ausstellung eine kleine interaktive Note. „Uns war es wichtig keine Menschen mit Masken zu zeigen. Das will keiner mehr sehen“, so Johannes Kaiser, der bereits mit dem HeppenheimerWimmelbild vor einiger Zeit einen künstlerischen Beitrag für die Kreisstadt leistete. Entwickelt wurde eine einfache wie einprägsame und visuell reizvolle Umsetzung. Denn: Menschen sind immer ein Hingucker. „Beim Fotografieren erforscht man das Gesicht wie ein Entdecker einen fremden Kontinent“, führt Matthias Schäfer aus. Die 70 Portraits sind dabei so natürlich wie möglich und photoshop-frei belassen: Die künstlerische Schwarz-Weiß Umsetzung betont die Charakterzüge eines jeden einzelnen. Das Kunst-Projekt setzt ein Ausrufezeichen für die analogeWelt: Die Tatsache, dass wie im digitalen Leben das Bild nicht einfach weggewischt werden kann, gibt der Freiluftgalerie eine besondere Note und soll zur mentalen Entschleunigung beitragen.
Zu sehen sind 35 Männer und 35 Frauen im Alter von 20 bis 80 Jahren. Bunt gemischt sind die Berufsgruppen auf den Exponaten: Abiturienten, Architekten, Ärzte, Banker, Bauarbeiter, Beamte, Coaches, Elektriker, Friseure, Gastwirte, Gutachter, Hotelier, Informatiker, Juristen, Krankenschwestern, Künstler, Lehrer, Maler, Musiker, Physiotherapeuten, Politiker, Professoren, Psychologen, Reinigungskräfte, Rettungssanitäter, Schneider und Schreiner können ebenso entdeckt werden wie Selbständige und Studenten. Ein buntes Potpourri, das sich in Schwarz und Weiß präsentiert.
Die beiden Kreativen arbeiteten ehrenamtlich, für alle andere Kosten kam die Sparkassenstiftung Starkenburg auf. „Wir waren sofort begeistert, als Johannes Kaiser uns das Vorhaben mit seinem Kollegen Matthias Schäfer vorstellte“, zeigte sich Stiftungsvorstand Jürgen Schüdde offen für das Fotokunst-Projekt und will dieses auch in anderen Kommunen im Wirkungsgebiet der Unternehmensstiftung umsetzen. Der Titel der Ausstellung „SICHTBAR 2021“ reizte Stiftungsmanagerin Andrea Helm besonders. „Es ist eine perfekte, wenn auch nur temporäre Ergänzung, des von uns im Oktober eröffneten Kunstweges und zeigt, dass mit Ideenreichtum Künstler sich auch unter schwierigen Bedingungen Auge und Ohr verschaffen können und dies nicht nur digital“, fasst Andrea Helm zusammen. Ein besonderer Dank von allen ging an den Fachbereich Denkmalschutz des Kreises Bergstraße, der der Nutzung der historischen Mauer zustimmte.
Ein Spaziergang ist die wunderbare Landschaft durch dieWeinberge allemal wert. Jetzt wird dieser mit der Outdoor-Ausstellung SICHTBAR 2021 zu einem Kunst-Spaziergang. SICHTBAR 2021 ist ab sofort zu sehen. Voraussichtlich bis Ende April werden Spaziergänger undWanderer zum Austauschen über die aktuelle Situation und dem Entdecken der Heppenheimer Personen auf den Plakaten angeregt.

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Das Konzept und andere Interviews findet Ihr hier

https://l.ead.me/bbw1C4

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