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Erinnerungen für die Ewigkeit – Gastbeitrag von Walter Bosch

Neuschnee liegt in der Luft und rund um mich funkeln bereits die unterschiedlichsten Schneekristalle im Sonnenschein. Eiszapfen in all ihrer Pracht hängen in verschiedenen Längen von den Straßenlampen. Meterhoch türmen sich die Schneehügel auf den Straßen und die eingeschneiten Autos, ja die bleiben heute still. Ich bin dick eingepackt. Eine lange Skiunterwäsche, dicke Socken und ein klassischer Winteroverall halten mich begrenzt warm. Zusätzlich wurden mir lästige Handschuhe und eine Pudelmütze vorgeschrieben. Ich sauge die kalte Winterluft ein. Kurz sticht meine Lunge vor Kälte, doch sie gewöhnt sich rasch an dieses Winterwetter.
Während Mama im Haus die Weihnachtskekse bäckt, schaufelt Papa den Weg frei. Schwung für Schwung landet eine Ladung Schnee auf der Seite des Weges. Ich schnappe mir auch eine Schaufel und mache es ihm gleich. Der Schnee ist weich aber schwer. Ich plage mich und beschließe schlauerweise eine kleine Pause einzulegen. Meine Schwester kommt nach draußen in den Garten zu mir. Wir versuchen durch die Schneemassen zu stapfen. Wir bleiben stecken und lachen gemeinsam. Mein Vater kommt mit seinen schwarzen Winterstiefeln vorbei und schaufelt uns frei. Er grinst uns zu und erfreut sich am Wetter, an uns und an diesen Tag. Meine Schwester stößt mich um und ich plumpse in die weiche, weiße Masse. Sanft prallt mein kleiner, tolpatschiger Körper auf. Lachend blicke ich nach links und dann nach rechts. Neben mir halten wundervolle, prächtige Kristalle diesen kalten Schnee zusammen. Die Sonne lässt sie glänzen und funkeln. Meine Schwester legt sich zu mir und gemeinsam lachen wir und machen Schneeengel. Unbeschwert tollen wir durch diese Märchenlandschaft. Unser Garten erstrahlt in einer unwirklichen, weißen Pracht. Bäume und Sträucher eingefroren und voller Schnee lassen einen kleinen Jungen fröhlich sein. Mehr braucht es nicht, Meer muss nicht sein, wenn ich Schnee habe. Mein Vater kommt zu uns und zeigt uns, wie man aus einer kleinen Schneekugel eine große Formen kann. Wollen wir einen Schneemann bauen? Kleine, meerblaue Kinderaugen strahlen mit den Kristallen förmlich um die Wette. Gemeinsam legen wir los und kugeln den ganzen Garten ab. Riesige Kugeln entstehen und werden zu einem 197cm hohen Schneemann gestapelt. Die Sonne geht langsam unter und meine Schwester und ich hüpfen immer noch durch die Schneelandschaft und verzieren unseren Schneemann mit Karotte, Holzstäben und Kastanien.
Patschnass kommen wir ins Wohnzimmer und Mama wartet schon auf uns. Eine Kerze am Adventkranz brennt und strahlt uns entgegen. Mama legt uns trocken und steckt uns in die Pyjamas. Ein warmer Kakao wärmt unsere kleinen Fingerchen und der gemütliche Kachelofen knistert leise vor sich hin. Papa gesellt sich zu uns und gemeinsam mit Mama kuscheln wir uns auf die Couch. Kuscheln in den geborgenen Armen unserer Eltern bis wir Einschlafen und den Nikolaus verpassen, oder war es der Krampus?

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