Was niemand weiß
Unser neuer Schreibwettbewerb ist da. Diesmal geht es um Dinge, über die man eigentlich nicht spricht.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde von Blog Q5,
manches weiß jeder. Und dann gibt es die anderen Dinge: den Brief hinten in der Schublade oder den einen Satz, den jemand besser nie gesagt hätte. Die Geschichte, die in der Familie seit Jahrzehnten nur in Andeutungen erzählt wird. Dazu zählen die kleine Lüge, die erstaunlich groß geworden ist, das Doppelleben, das Missverständnis und das gut gehütete Geheimnis. Manchmal ist es auch etwas völlig Harmloses, von dem trotzdem niemand etwas weiß.
Um genau diese Dinge geht es in unserem neuen Schreibwettbewerb:
„Was niemand weiß“
Geschichten von Verstecktem, Verborgenem, Verschwiegenem
Ich gebe zu, ich mag dieses Thema sehr. Diesmal geben wir Euch keinen engen Weg vor. Die Geschichte muss nicht biografisch und nicht dramatisch sein, und selbstverständlich muss auch niemand das seit 43 Jahren gehütete Familiengeheimnis ausgerechnet uns anvertrauen. Ob wahr, erfunden oder irgendwo dazwischen, uns interessiert die Geschichte.
Ein Geheimnis kann in einer alten Kommode liegen, in einer Ehe, in einem Dorf, auf einem Dachboden, in einer Firma oder in einem fremden Land. Vielleicht weiß eine Person etwas, was alle anderen nicht wissen, oder es wissen alle, nur eine Person nicht. Und schon haben wir eine Geschichte.
Irgendwie sind wir wieder hier gelandet
Schreibwettbewerbe und Blog Q5 haben eine ziemlich lange gemeinsame Geschichte. Von „Alte Liebe rostet nicht“ über „Du fehlst“ und „Über Mut – Über Leben“ bis zu „Dieser eine Moment“ haben uns sehr unterschiedliche Themen begleitet, und mehr noch sehr unterschiedliche Menschen. Immer wieder passierte dabei etwas, das wir bis heute besonders mögen: Aus einer zunächst ziemlich nüchternen Ausschreibung kamen Geschichten zurück, mit denen wir niemals gerechnet hätten. Deshalb machen wir es wieder.
Offizieller Veranstalter ist, wie schon beim vergangenen Wettbewerb, Quintessenz Manufaktur für Chroniken. Blog Q5, die kleine Schwester von Quintessenz, kümmert sich wieder um den lebendigeren Teil: erzählen, berichten, die Autorinnen und Autoren begleiten und später ausgewählte Geschichten vorstellen. Eigentlich ist das Arbeitsteilung wie in einer guten Familie.
Und natürlich soll wieder ein richtiges Buch daraus werden
Das ist uns wichtig. Die ausgewählten Geschichten sollen nach dem Wettbewerb nicht in irgendeinem digitalen Ordner verschwinden, deshalb gestalten wir bei Quintessenz aus 15 ausgewählten Texten eine eigene Anthologie. Sie ist ein richtig gestaltetes Buch in kleiner Auflage für diejenigen, deren Geschichten darin erscheinen. In den Buchhandel kommt sie nicht.
Wir wissen aus unseren früheren Wettbewerben, dass dieser Moment etwas Besonderes ist, auch für Menschen, die längst schreiben, und erst recht für diejenigen, die irgendwann angefangen haben und ihre Texte bisher nur auf dem eigenen Bildschirm gesehen haben. Plötzlich hält man ein Buch in der Hand, mit dem eigenen Namen darin und genau genommen sogar darauf. Ein Literatur-Nobelpreis ist das vielleicht nicht, aber ziemlich schön ist es trotzdem.
Drei Normseiten genügen oft
Die Herausforderung lautet diesmal: maximal drei Normseiten. Das ist wenig genug, um nicht erst einen Roman beginnen zu müssen, und lang genug, um eine Spur zu legen und am Ende mit einem einzigen Satz alles umzudrehen.
Teilnehmen können Autorinnen und Autoren ab 18 Jahren. Die Geschichte muss auf Deutsch verfasst und bislang unveröffentlicht sein. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2027. Alle genauen Teilnahmebedingungen, Hinweise zur Einreichung und die Ausschreibung findet Ihr auf der Wettbewerbsseite bei Quintessenz.
→ Zur Ausschreibung „Was niemand weiß“
Und dann sind wir gespannt auf das, was Ihr uns erzählt, und vielleicht noch ein bisschen mehr auf das, was Ihr uns bis zur letzten Zeile verschweigt.
Petra Schaberger
für Blog Q5 und Quintessenz