Petra Schaberger
In den Sechzigern aufgewachsen, nach den Achtundsechzigern, für die der Muff schon erledigt war, hielt ich Aufbruch für normal: Anti-Atom, Menschenkette, Nachrüstung, Hände halten als politische Haltung. Musikalisch lief alles gleichzeitig – Krautrock, Bowie, Glam, später Punk – man musste sich entscheiden, nicht erklären. Kohl blieb, die Frisuren wechselten, der Walkman kam, der Knall blieb im Hinterkopf. Man lebte in WGs, diskutierte Putzpläne mit staatsmännischem Ernst, verabredete sich mündlich und kam. Urlaub hieß campen: Zelt, Gaskocher, wenig Geld, viel Zeit, kein Luxus, kein Anspruch. Heute arbeite ich im Homeoffice, leite mit meinem Mann https://www.quintessenz-manufaktur.de und www.diekleinechronik.de, schreibe auf Blog Q5, höre täglich fremde Leben, Brüche und Umwege – und sitze abends noch am selben Schreibtisch, aber mit deutlich erweitertem Horizont.