Sonntagsstille und eine wichtige Entscheidung: Das Voting läuft länger

Draußen herrscht Sonntagsstille, während ich hier am Schreibtisch sitze und diese Zeilen für Euch verfasse. Der letzte Schokohase steht ohne seine Ohren auf meiner Schreibunterlage – ich bin ja tierlieb, aber alles hat seine Grenzen und ich brauche Nervennahrung für einen Sonntag, an dem ich eigentlich frei haben sollte. Ich hatte mich so darauf gefreut.

Die Jury hat ab Januar zügig gearbeitet. Das Ergebnis lag schnell vor, und ich habe erst die Shortlist und später die fünfzehn ausgewählten Stories auf dem Blog Q5 für das Publikumsvoting freigeschaltet, das erstaunlich munter läuft. Täglich trudeln Bestätigungen über neue Stimmen in meinem Postfach ein. Gibt es eine Story, die vorne liegt? Kann ich noch nicht sagen, es ist spannend und wechselt fast zweitäglich. Aber sehr schön, dass bis jetzt jede Story ihre Fans hat. Gibt es diesen Sonntag noch für meinen Mann? Er könnte ja helfen. Hach, der große Konjunktiv. Könnte. Er hat sich längst in die Familienchronik unseres Kunden aus München vertieft, verschwunden zwischen Dokumenten, alten Bildern und Recherchearbeit am PC, während ich hier sitze und die kommenden Wochen plane.

Mein Schreibtisch ist voll. Jeder Stapel für unsere Projekte liegt ordentlich, unsere Notizbücher sind mit Fähnchen markiert. Wir behandeln fremde Geschichten mit Sorgfalt, das hat eine jede Biografie verdient; da bleibt kein Raum für Unordnung. Nur der leere Kaffeebecher stört – ein stummer Zeuge der Stunden, seit ich hier sitze. Eine Woche unterwegs, dann Ostern, und plötzlich liegt die Arbeit wieder hier. Wartend.

Die To-do-Listen sind nicht kürzer geworden. Ich starre auf den April-Plan. Im Januar klang alles machbar. Ich hatte das Gefühl, viel Zeit und einen ganzen Frühling vor mir zu haben. Doch nach den Tagen bei unseren Kunden in München, unterbrochen von Feiertagen und weiteren dringenden Aufgaben, ist der April wie im Nu komplett verplant. Zu spät. Nun ist der Schokohase angebissen.

Früher hätte ich versucht, die verlorene Zeit einzuholen, um pünktlich „nach dem Voting“ die Siegerverkündigung, die dazugehörigen Beiträge, Meldungen in den sozialen Netzwerken und die passenden Bilder zu erstellen. Ich habe in all den Jahren gelernt: Stress rausnehmen, wo er nicht hingehört. Es heißt, den Moment zu verstehen, bevor er im Alltag untergeht. Genau das ist auch mein Handwerk bei der Quintessenz Manufaktur: Nichts beschönigen, aber auch nichts verlieren.

Daher habe ich eine Entscheidung getroffen: Wir lassen den Wettbewerb länger laufen. Das Publikumsvoting endet nun erst Mitte Mai statt wie ursprünglich geplant übernächste Woche. Ich lehne mich zurück, auch wenn der Stuhl knarzt. Diese Verschiebung ist keine Kapitulation, sondern gelebtes Handwerk. So werden wir Euch und den eingereichten Geschichten gerecht.

Vielen Dank für Eure Teilnahme und Eure Geduld. Nutzt die gewonnene Zeit, stimmt jetzt für Eure Favoriten und teilt den Link mit allen, die gute Geschichten lieben!

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