Das Biografierätsel 05 hier auf Blog Q5

in ein kurzes, schmissiges Wortspiel zu packen, grenzt an latenten Größenwahn. Nichtsdestotrotz – ein Versuch kann nur gelingen unter der Weglassung aller beruflichen Aktivitäten. Sonst wäre es kein Rätsel mehr, sondern eine Geschichtsstunde.

Die Mutter

„Wie meinen? Er sei ein Aprilscherz? Gute Güte, mitnichten, Zeit für Scherz und Spiel sollten keine Passion im Knabenalter sein. Auch wenn wir etwas entfernt von der Stadt leben, so sind Bildung, Rationalität und Disziplin die Beschäftigungen, die ich für Kinder richtig halte. Früh habe ich schon darauf geachtet, dass er einen Sinn für die Feinheiten der Sprache entwickelt und ja, er entwickelte sich ganz passabel. Wie sie sicher wissen, komme ich aus gebildeten Kreisen – viele Beamte und Gelehrte, da ist die Aufklärung, die Ratio.

Ein Diener hinter vorgehaltener Hand zum Dienstmädchen

„… das war ja klar, dass sie das wieder erwähnt. Sie kann doch froh sein, dass sie als Bürgerliche in den Adel heiraten konnte, nicht gerade üblich, und jetzt muss sie immer ihre gebildete Herkunft herauskehren, dabei ist sie kühl und reserviert dem Jungen gegenüber. Er aber auch“.

Das Dienstmädchen

„Ja, aber seinen Vater liebt er recht. Wenn er nur nicht schon mit sieben Jahren in dieses Internat hätte müssen. Ich habe mal gehört, dass er vor lauter Heimweh weinte, wenn er nur ein Ochsengespann aus den Fenstern des Internats sah und nach Hause wollte.“

Ein Lehrer

„Ja, solche Burschen braucht die Nation, wir achten auf Drill, Gehorsam und Ehre. Seine Matura hat er bestanden.“

 Die Landsmannschaft

„Eine wilde Zeit war es mit ihm, tüchtig getrunken und gezecht haben wir manch fröhliche Nacht hindurch. Dabei verlor auch mal und machte Spielschulden, begann Affären wie eben ein rechter Mann, oft auch parallel, klagte aber dabei, dass er für die Frauen soviel Ausgaben habe. Wissen Sie, einmal verlängerte er eine Lustreise um 14 Tage, wodurch er seinen Praktikumsplatz verlor. Er hatte gerade sein erstes Staatsexamen in Jura abgelegt.“

Der Vater

„Ja, er hat nach dem Tod der Mutter zurückgekommen müssen, er und sein Bruder mussten nun Landwirte werden und alles verwalten. Mit Stolz kann ich sagen, er machte sich ausgesprochen gut. So sanierte er unsere Güter so erfolgreich, dass er sogar seine Schulden, die er jahrelang angehäuft hatte, zurückzahlen konnte. Ich habe es ihm immer nachgesehen, aber noch immer liebte er ausschweifende Festlichkeiten, besser gesagt Zechgelage, wo er gern im Mittelpunkt stand. Freunde und Bewunderer zollten ihm dafür Anerkennung. Ich hingegen wusste, dass die Güter in traditionsbewusste Hände gelegt wurden. „

Ein indiskreter Gast einer solchen Festlichkeit:

„Oh ja, er kann Gäste mit freundlicher Kaltblütigkeit unter den Tisch trinken. Toller Mann.”

Eine Zeugin:

„Ich sah, dass er zudem auch Morphium einnahm, nicht nur wegen seines Rheumas, der Schlaflosigkeit und all die anderen durch Völlerei schmerzhaften Erkrankungen, sondern ich fürchte, um sich hiermit Erleichterung zu verschaffen. Sein Arzt hat ihn später zu einer gesünderen Lebensweise überreden können.“

Sein Arzt:

„124 kg, das war zuviel. Ich verordnte ihm eine radikale Diät. Kein Fleisch mehr, kein Wein, hmmm, lassen Sie mich überlegen, was ich ihm riet. Ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Fisch habe ich ihm geraten. Fisch ist leicht und bekömmlich.“

Seine Frau

„Oh ja, was habe ich um seine Gesundheit gezittert.
Eigentlich wollte er ja meine Freundin heiraten, aber die war bereits vergeben. So hatte ich das Glück, diesen Mann zu ehelichen und wir haben es gut miteinander, wenn ich das mal so offen sagen darf. Niemand darf ein Wort gegen ihn sagen, wenn er mich nicht zur Feindin haben will. Gerade diese Sozialisten! Aber als treuer Vasall seines Herrn ist er dem immer entschieden entgegen getreten, hat Kämpfe und rhetorische Schlachten  geschlagen und viel erreicht. Aber seine Gesundheit litt sehr darunter. Als er gekündigt wurde und er sich hierher auf unsere Güter zurückzog, schrieb er seine Memoiren.

 

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