Wenn das meine Tochter gemacht hätte … Trampen, Folge 3

Die Folge 1

Folge 2 könnt Ihr hier nachlesen.

Wenn das meine Tochter gemacht hätte … Trampen, Folge 3

Der Biografie-Podcast auf Blog Q5. Eine Zeitreise in die 70er Jahre von Petra Schaberger

In den 70ern wurde viel getrampt, Pärchen reisten so um die ganze Welt. Aus Geldmangel, weil es alle machten, oder wie ich einmal auf der Flucht, aber das ist eine andere Geschichte. Seid gespannt auf Folge 4. 😉
Damals lächelten viele Frauen Übergriffe weg, sonst hatte man schnell den Ruf einer Zicke, als Petze, während der Mann bedauert wurde. Frau lief zudem Gefahr, dass jene gekränkten Männer wilde Gerüchte in die Welt setzen. So war man “still und schön” –  eine tolle Zeit für Männer. Tja, bis einige Frauen die Emanzipation weiter voranbrachten. Die Gegenwehr der Männer: Man sich über die betroffenen Frauen lustig, würdigte sie von ganz oben herab, oder man(n) drehte den Spieß einfach um.

Dies war noch die Zeit, in der eine Frau noch nicht ohne Einwilligung des Ehemanns arbeiten durfte. Einer vergewaltigten Frau gab man selbst an ihrem Unglück Schuld, denn warum trug sie einen aufreizenden Rock? Das ist doch quasi eine Einladung, und die Richter waren fast alles Männer.

Auch Trampen wurde so gesehen. Das machten Frauen oder Mädchen, die es nicht so genau nahmen – die wussten ja schließlich worauf sie sich einließen.
Ja, dass wussten wir, und ja, wir hatten auch Angst und wir wollten eigentlich nur von A nach B.
Niemand hat damals laut gefragt, warum ein Rock oder das Trampen einen Mann von seiner Verantwortung befreite, sich anständig zu benehmen. Niemand hat wirklich die Tat kriminalisiert, denn auch hier wurde drüber geschwiegen.

Aber es gab auch viele gute Erfahrungen, mehrheitlich sogar die meisten – aber wenn eine mal schlecht war, hatte sie es in sich. So wie in dieser Geschichte.

Trampen, Folge 3 für Euch mal als Podcast.

 

Falls Ihr auch ähnliche Geschichten erlebt habt, lasst es mich wissen. Wer nicht ganz so alt ist wie ich 😉 kann auch über Erfahrungen bei Mitfahrgelegenheiten erzählen.

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Über den Autor:

In den 60ziger Jahren aufgewachsen, die Generation vor mir hatte sauber den Muff unter den Talaren weggekehrt. In den 70ern kamen neue politische, meist grüne, Themen, in der Musik war mehr Avantgarde, Glitter und Pompösrock. Steve Jobs und Bill Gates machten sich auf die Welt zu verändern und das Telefon hatte noch eine Wählscheibe. Man lebte in WGs, führte Diskussionen über Putzpläne, studierte oder machte eine Ausbildung. Man organisierte sich 'offline' nur mit einer mündlichen Absprache und Hilfe einer Uhr. Im Urlaub schrieb man vielleicht Postkarten und knipste Bilder auf Filmrollen und man reiste per Anhalter oder mit dem Zug. Doch die Zeiten bleiben bewegt. Mit meinem Mann leite ich heute Quintessenz – die Manufaktur für Chroniken [ www.quintessenz-manufaktur.de ] und jeden Tag begegnen uns neue Menschen, deren Geschichten und neue Themen.

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