Seine Memoiren wurden mehrfach zensiert

Seine Memoiren wurden mehrfach zensiert, das Biografierätsel am 27. März

Die Verleger:
Ja, wir mussten seine Memoiren überarbeiten, sie waren dann doch zu unmoralisch. So ist er nur ein klitzekleines bisschen zensiert worden, aber das hat seinem Erfolg keinen Abbruch getan.

Die Großmutter:
„Mamma mia – er war ein unruhiger Geist, immerfort hat er Neues ausprobiert, ständig musste er sich in Gefahr bringen, über die Kanäle springen und vorlaut sein. Nun, dieses Hier und Dort hat er wohl von den Eltern, beide Schauspieler, deswegen sind er und seine Geschwister ja auch bei mir geblieben. Sie waren ja auf Tournee. Dass dann mein Schwiegersohn so früh verstarb war eine Katastrophe für diesen Jungen, der so oft fast dem Tode nahe krank war. Aber hier zeigte sich schon früh, dass er und sein Lebenswille stark war und er nicht aufgab. Als er 9 Jahre alt war, ging er fort und hat eine gute Bildung erhalten. Bereits mit 17 Jahren hat dieses Abbild von einem Jüngling seinen Doktor in Juristerei gemacht. Ich habe ihn dann überredet Priester zu werden. An diesem Tag, als er zustimmte, lag eine goldene Zukunft vor ihm und mein Herz war froh.“

Der Gesuchte:
„Oh jeh, ja das Großmuttchen, sie konnte nicht wissen, welche vernagelte alte Greise dort unterrichteten, wie unfrei der Geist und auch der Körper war. Als ich die 4 niederen Weihen hatte, wurde mir klar dass ich – bereits Doktor der Juristerei – diese Fehlentscheidung korrigieren muss. Endlich hatte ich eine Idee, ich gebe gern zu, dass dies ein wenig pathetisch war, aber bedenken Sie, ich war ja noch so jung. So täuschte ich eine Ohnmacht vor und fiel vor aller Augen spektakulär während einer Predigt von der Kanzel. Es tat weh, das half mir dabei, nicht laut zu lachen, als ich noch im Fluge die Gesichter aus den Augenwinkeln sah. Aber es dauerte noch 3 Jahre bis ich dann endlich wirklich die Priesterlaufbahn beendete. Meine Großmutter hat das sehr getroffen.“

Ein Freund:
„Nun, alter Freund, dass alles hört sich sehr harmlos an, aber gib ruhig zu, dass Du froh bist, dass sie nicht mitbekam, dass Du durch die ganze Welt gereist bist. Dass Du noch Leutnant und Hauslehrer, Sekretär, Autor wurdest. Zudem den Freimaurern angehörtest und als Geiger immer notfalls das Geld für Deinen Wein verdientest. Auch dass Du im Gefängnis saßt und getürmt bist. Dass Du unzählige Male zum Duell gefordert wurdest, meist wegen Deiner Unvorsichtigkeit gerade bei den Damen. Erst im Alter reichte Dir die ganze Welt der Bücher und all die Abenteuer darin , um zur Ruhe zu kommen.“

Ein männlicher Kritiker:
„Gute Güte, er war ein eitler Geck, und als er alt wurde und nichts weiter mehr tat als schreiben und Bücher abzustauben, wurde er für alle anderen zu einem unerträglichen Nörgler. Dauernd beschwerte er sich, die Suppe zu heiß, jemand hat nicht gegrüßt, eine Bestellung wurde absichtlich vergessen, er wurde jemanden nicht vorgestellt und so fort.“

Viele weibliche Kritiker:
“Ein gutaussender Schuft, ein elender, charmantes aber treuloses Mannsbild, ein ganz schlimmer Finger” <- ja, natürlich ist das wahr!

 


Tipp: Wie Sie das Biografierätsel knacken

Sie müssen nun unterscheiden, was erfunden, geschönt ist und wahr ist. Eines jedoch bleibt: Es gibt immer mehrere Hinweise. Schauen Sie sich das letzte aufgelöste Rätsel an, Sie werden überrascht sein, was alles wahr ist. Vieles was Sie so nicht wussten. Leicht zu erkennen an den grün eingefärbten Textstellen und wer mehr über die Hauptperson wissen möchte, findet auch die Quellen.


Bildquelle: Francesco Giuseppe Casanova [Public domain], via Wikimedia Commons

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7 Comments

  1. Petra 27. März 2017 um 18:53 Uhr - Antworten

    Ins Blaue:”Casanova

    • Petra Schaberger 29. März 2017 um 18:44 Uhr - Antworten

      herzlichen Glückwunsch richtig!

  2. Cordula Rinne 27. März 2017 um 19:42 Uhr - Antworten

    Giacomo Casanova ?

    • Petra Schaberger 29. März 2017 um 18:44 Uhr - Antworten

      richtig -…. das Wattestäbchen ist unterwegs!

  3. Christine Hidringer 28. März 2017 um 09:29 Uhr - Antworten

    Klingt verdächtig nach Giacomo Casanova.

    • Petra Schaberger 29. März 2017 um 18:45 Uhr - Antworten

      Perfekt – nächste Woche werden die wahren Textstellen grün eingefärbt! 🙂

  4. […] Casanova […]

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