Ja – so verhalten sich die Leut’

Ja – so verhalten sich die Leut’, das Biografierätsel am 20. Februar

Auflösung am 26. März 2017: Hedwig Courths Mahler

 

Die Freunde:

„Ihr Leben war … – ach ja, besser hätte es sie es auch nicht schreiben können. Da gab es Hochs und Tiefs und wieder Hochs, und wissen Sie was? Sie hat sich nie unterkriegen lassen, das muss man ihr lassen. Zwei Millionen  hat sie in der Inflation verloren, zwei Millionen Goldmark, und ziemlich eine Million hat sie dann auch noch durch die Währungsreform verloren. Und mit 82 Jahren fängt sie wieder von Neuem an – das ist wirklich bewundernswert.

Die Pflegefamilie:  

„Die Mutter hat sie mit 14 wieder zu sich geholt, aber ach, da hat das Kind es nicht lange ausgehalten. Schnell hat sie sich selbst eine Stelle gesucht, einer alten Dame vorgelesen – schließlich ham‘ wir sie hier immerhin 3 Jahre zur Schule geschickt. Als die alte Frau starb, ist sie dort weg, ich glaube sie hat dann in einem Hutgeschäft angefangen. „

Ein besonderer Förderer:

„Ich finde, das was sie da schreibt, da weiß doch jeder – ja so verhalten sich die Leut‘ – so und nicht anders.“ (Bertolt Brecht -„so genau benimmt sich der Mensch, so, genauso verläuft das Leben.“ – Quelle: http://www.mz-web.de/25758486 ©2017)

Die Mutter:

„Nee, ein Kind der Liebe war sie nicht, eher ein Kind der Schande. Der Vater stirbt noch vor ihrer Geburt, und ich bin in dieses kleine Nest, hab‘ sie dann auch gleich in eine Pflegefamilie beim Schuster gelassen. Das Leben hat sie mir ruiniert. 4 Jahre habe ich die Unterschrift verweigert, als sie sich mit 17 mit diesem hergelaufenen Dekorationsmaler vermählen wollte. Sie sollte es mal besser haben.“

Der Ehemann:

„Wissen Sie, 4 Jahre warteten wir bis wir heiraten konnten, aber meine Ernestine war eine starke Frau. Als ich arbeitslos wurde, hat sie die Stelle gefunden und dann konnten wir uns ne Wohnung leisten. In nem besseren Viertel. Jawohl. Aber dann hat sie angefangen zu schreiben, und irgendwann hat sie dann mehr verdient als ich.“

Die Töchter:

Unsere Mutter war immer für uns da, ja sie war fleißig, aber wir haben auch von ihr gelernt und zum Schluss haben wir genauso viel geschrieben wie sie.“

Ein Sachbearbeiter an der Reichsschrifttumskammer:

„So geht es ja nicht. Erst bei uns eintreten, dann fördern, dann nicht schreiben, wie wir es vorgeben und zum Schluss austreten wollen. Das konnten wir nicht zulassen. Zudem diese Tochter, die wir wegen fortgesetzter Heimtücke verhaftet haben.“

 

Mehr Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hedwig_Courths-Mahler

Bildquelle: wikipedia

 


Tipp: Wie Sie das Biografierätsel knacken

Sie müssen nun unterscheiden, was erfunden, geschönt ist und wahr ist. Eines jedoch bleibt: Es gibt immer mehrere Hinweise. Schauen Sie sich das letzte aufgelöste Rätsel an, Sie werden überrascht sein, was alles wahr ist. Vieles was Sie so nicht wussten. Leicht zu erkennen an den grün eingefärbten Textstellen und wer mehr über die Hauptperson wissen möchte, findet auch die Quellen.


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