Märchen ohne Happy End

Märchen ohne Happy End

Unser Biografierätsel am 6. Februar 2017

Aufgelöst. Grüne Textstellen sind wahr.

Die Mutter:

Ich bin ja in Moskau geboren, aber wissen Sie, Berlin, ja Berlin ist anders. Nur hier war es möglich, auf einem Ball einen Fürsten kennenzulernen. Ein bisschen Glück war auch dabei, bin ich doch eigentlich nur eine Verkäuferin, aber das war ein Happy End. Aber er war ja so ein flotter Student und dann diese schwarzen Haare und Augen ..herrlich…., die er nicht vererbte, denn sie bekam diese berühmten grünen Augen.
Kurz nach seinem Studium (hier nickt sie mit dem Kinn wenig fürstlich in die Richtung ihres Mannes) gingen wir zurück, dort kam sie dann auch zur Welt, aber ich wollte dann doch, dass sie als Frau eine mehr westliche Erziehung erhielt. Was habe ich meinen Mann überzeugen müssen, mit uns wieder nach Berlin zu gehen. Das hat eine Weile gedauert.“

Der Vater ergänzt hüstelnd:

„Na ja, leider war auch diese Zeit recht kurz, eine kleine finanzielle Irritation – ach reden wir nicht davon. Ich freute mich wieder mit der Familie zurückzukehren, und glauben Sie mir, unsere Tochter hatte eine schöne Kindheit. Es fiel ihr überhaupt nicht schwer, unsere beiden Kulturkreise zu vereinen.“

Die Mutter fällt ins Wort:  

„Da haben Sie’s. Es zog mich aber nach dem 2. Weltkrieg  mit meinen Kindern wieder nach Europa. Sie sollten nicht ihre westlichen Wurzeln vergessen und eine moderne und liberale Erziehung bekommen. Sogar eine Familiengruft in München haben wir gekauft. Aber das war sehr viel später.“

Der Ehemann:  

„Als ich sie sah, war sie gerade 18 Jahre alt und ich habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass ich dieses Mädchen heiraten kann. Eine hinreißende Schönheit. Eine makellose Erziehung, sie sprach Deutsch, Englisch, Französisch und meine Muttersprache. Wenn nicht Ihr Vater aus einer der vornehmsten Familien unseres Landes gekommen wäre, hätte ich die Widerstände meiner Familie nicht überwinden können. Ich war ja bereits 1x verheiratet.

Die Gesuchte:

„Es war ein Märchen ohne Happy End, ich war der Traum aller Medien, nie war ich aber allein, ich wurde in einen goldenen Käfig katapuliert, liebte jedoch diesen Mann mit 18 Jahren und viele Jahre später noch, aber der Preis, den ich dafür zahlen musste, war hoch. Ich war 26 Jahre alt, als mein Sturz aus seiner Welt kam als er die Scheidung vollzog. Ich fiel aber weich auf einige Millionen, die mir die Freiheit so angenehm wie möglich machten, aber ich war ruhelos. Ich ging viel auf Reisen, hatte noch das Glück hier und da einen netten Mann kennen zu lernen, aber letztendlich habe ich diese Geschichte nie überwunden.“

 


Auflösung:

Soraya Esfandiary-Bakhtiary

Bildquelle https://de.wikipedia.org/wiki/Soraya_Esfandiary_Bakhtiary

 

Tipp: Wie Sie das Biografierätsel knacken

Sie müssen nun unterscheiden, was erfunden, was geschönt ist und was wahr war (und ist) und natürlich wen wir suchen. Eines jedoch bleibt: Es gibt immer mehrere Hinweise. Schauen Sie sich das letzte aufgelöste Rätsel an, Sie werden überrascht sein, was alles wahr ist. Vieles was Sie so nicht wussten. Leicht zu erkennen an den grün eingefärbten Textstellen und wer mehr über die Hauptperson wissen möchte, findet auch die Quellen.

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