Ein unruhiger Geist verletzt die Stittlichkeit

Das Biografierätsel kommt im diesem Jahr unregelmäßiger, (außer ich finde Gastautoren) allerdings weiterhin mit dieser kleinen Änderung.
Es werden  Zeitzeugen fiktiv interviewt, bspw. Familienmitglieder, Kollegen oder Freunde, die für uns über unsere Protagonisten aus dem Nähkästchen plaudern wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Wie Sie das Biografierätsel knacken

Sie müssen nun unterscheiden, was erfunden, was geschönt ist und was wahr war (und ist) und natürlich wen wir suchen. Eines jedoch bleibt: Es gibt immer mehrere Hinweise. Schauen Sie sich das letzte aufgelöste Rätsel an, Sie werden überrascht sein, was alles wahr ist. Vieles was Sie so nicht wussten. Leicht zu erkennen an den grün eingefärbten Textstellen und wer mehr über die Hauptperson wissen möchte, findet auch die Quellen.

Ein unruhiger Geist verletzt die Sittlichkeit – das Biografierätsel

Die Mutter mit harter Stimme:  

„Was habe ich denn Großartiges verlangt? Doch nur, dass er seinen Eltern hilft und Schneider wird wie sein Vater. Warum haben wir denn den weiten Weg aus Hessen und Bayern hierher gemacht, in diese ungewisse Zukunft, von der wir hofften, dass es unsere Kinder mal besser haben werden. Und? Was hat er gemacht? Er ging von der Schule, trieb sich rum, ein durch und durch unruhiger Geist und ich sage ihnen, es vergeht kein Tag, wo  ( hier greift sie sich theatralisch ans Herz )  er (nicht) mich nicht näher ans Grab bringt. Nicht mal die Schule hat er zu Ende gebracht.“

Der Vater schaut den Interviewer direkt an und schüttelt dann betrübt den Kopf, bevor er ergänzt:  

„Nun, wir haben wirklich viel mitgemacht. Ich glaubte schon, dass er ein kluger Kopf ist und gab ihm das Geld für ein Universitätsstudium. Aber was macht der Junge? Er bringt es mit einer Frau durch. Aber gelernt hat er  hier bei mir doch das Schneidern, aber geblieben ist davon nur seine lebenslange Liebe für feine Anzüge… na ja, dagegen kann man ja nichts sagen. Aber all das andere …jessesmariaundjosef…“

Ehefrau Nr. 2:

„Wissen Sie, ich war ja ein Taxigirl, also Tänzerin und ich habe ihn gesehen und war gleich ganz weg. Als er mir dann von seinem Traum erzählte, ermunterte ich ihn, ging tanzen, damit er schreiben konnte, finanzierte die Reise nach Paris und das Leben, wo wir dann sogar eine ménage à trois hatten. (mit Anaïs Nin) Und der Dank? Nach 6 Jahren war es dann aus. Aber ich hätte es wissen müssen, ich war ja auch nicht die Erste und nach mir kamen noch drei andere“.

Der Gesuchte:

„Was wollen die eigentlich? Ich habe hart gearbeitet und Freiheit – ich meine die wirkliche vollkommene Freiheit, mit ihr bin ich verheiratet. Um sie zu behalten und um das zu werden was ich bin, habe ich den hohen Preis vieler unbefriedigender Arbeiten gezahlt. Als Kellner, Bote, Plakatankleber, Hotelpage, Barmixer, Stenotypist, Bürohilfskraft, Versicherungskassierer, Hilfsbibliothekar, Müllkutscher und sogar Totengräber. Aber letztendlich habe ich geschrieben und nun bin ich alt, male ein wenig Aquarell und bin als Denker und Kritiker geschätzt.“

 


Die Auflösung

Henry Miller – https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Miller

Bild aus Wikipedia, Fotograf Carl van Vechten


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Das wöchentliche #Biografieraetsel sind kleine Fingerübungen zur Unterhaltung. Vom Biografieservice von Quintessenz Manufaktur für Biografien.

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