Spiele/n in den 60er und 70er Jahren

Spielende Kinder in den 60ern und 70ern

auf den Straßen und in den Höfen gehörten früher zum normalen Stadtbild und waren nicht wie heute nur auf einige Kinderspielplätze beschränkt.

All diese Kinder auf den Straßen spielten Ball, Gummitwist, Himmel und Hölle und fuhren Fahrrad und Rollschuhe. Natürlich mit dem entsprechendem Geräuschpegel, und sie störten auch damals. Aber Müttern war es lieber diesen auf der Straße zu hören, als in der Wohnung, wo viele Kinder auch viel Unordnung machten.

Für Ordnung und Ruhe sorgten manchmal Nachbarinnen oder ältere Hauswirte, die die Fenster öffneten und genauso laut drohten: „Wenn es nicht gleich ein bisschen ruhiger ist, komme ich runter!“ Meist half das sofort, denn wenn der Vermieter zu den Eltern ging, wusste man, dass dies Ärger bedeutete.
Ruhe kehrte ein,  – na ja für circa 10 Minuten.
Diese paar Minuten schienen gereicht zu haben, um die Bewohner zu beruhigen, denn es kam nie jemand runter. „Und wenn er kam? Dann laufen wir …!“  , aber das war ein anderes Spiel.

SchildSpielenundHausierenverboten

I. Als Rollschuhe noch keine Rollerboots waren

Tack, tack, tack tack … rechter Fuß, linker Fuß… laut war es, sehr laut, das Rattern, wenn man mit den Rollschuhen der 60er und 70er über die Straße fuhr. Die Freundinnen, die mit einem um die Wette rollten, verdoppelten oder verdreifachten den Lärm, der dann in der Straße von den Hauswänden zurückgeworfen wurde…

Diese Rollschuhe waren pfiffig, nicht chic, aber manche Riemen waren aus rotem Leder und die Modelle waren für Familien mit mehreren Kindern erdacht, denn sie ließen sich auf jede Schuhgröße auseinanderziehen und feststellen. Man musste entweder vor den Geschwistern die Rollschuhe anziehen, oder eben lernen sich zu arrangieren. Ein Mädchen wurde von uns sehr bewundert. Sie war in einem Rollschuhverein, der ähnlich wie die Sportart Eiskunstlauf trainiert wurde. Sie hatte Rollschuhe mit Stiefeln die geschnürt wurden. Todschick. In den 70ern waren Rollschuhe passé – sie wurden dvon den Rollerboots abgelöst, nur noch  in einer festen Schuhgröße, sehr viel schneller durch die weichen Rollen. Aber auch dann gab es wieder nur ein paar die von den meisten bewundert wurden, weil diese doch sehr teuer waren. Außerdem hatten viele Eltern noch berechtigte Sorgen, denn durch die Geschwindigkeit, die man mit diesen Rollerboots erreichen konnte, war dies nun leider kein Spielzeug für Schulkinder, und die bisher üblichen Verletzungen wie aufgeschürfte Knie und Ellenbogen, wurden nun öfter mit Brüchen kombiniert. Es dauert dann noch eine Weile, bis die Inlineskater das Non-plus-Ultra waren. Etwas sentimental denke ich aber immer noch, dass diese alten Rollschuhe, die man mit einem Ringschlüssel verstellen konnte, doch etwas mehr nachhaltiger waren.

Bildquellen: Schild / Quintessenz Manufaktur für Chronik
Mädchen mit Rollschuhe und Kissen: Pinterest www.theberry.com

Unser Thema kreist z. Zt. um die Kindheit – früher und heute. Hierzu passt ein Beitrag, den wir bereits schon mal gepostet hatten. Übrigens es ist schönes Wetter, die Weltgesundheitsorganisation spricht von zu dickleibigen Kindern… vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass Kinder nicht mehr draußen spielen, weil a) der Verkehr natürlich zu nahm, aber die Kinderfreundlichkeit und Toleranz ganz langsam immer Stück für Stück zurückging. Kinderlärm gehörte in den 60ern und 70ern noch zum normalen Alltagsgeräusch.

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