Auf historischen Weihnachtsbildern Details entdecken

Verborgene Details auf historischen Bildern bei Erstellung für Firmenchroniken

Weihnachten 1942 und 1943
Mit dem Blog Q5 von Quintessenz-Manufaktur für Chroniken auf Entdeckungsreise

Quintessenz ist die Sichtung alter Bilder wichtig. Auch so kleiner wie diese hier, die nur ungefähr 6 cm groß waren.
Als wir diese Bilder gescannt und bearbeitet hatten gingen wir wie folgt vor. Natürlich hoben wir den Kontrast an, bearbeiteten die Bilder nach allen Regeln der Kunst. Danach konnten wir auf einem großen Bildschirm hineinzoomen, und fingen uns an zu wundern über diese so große Weihnachtsfeier.
Wir forschten aus welchem Jahr diese historischen Weihnachtsbilder  stammten und waren sehr erstaunt, dass in den schlimmsten Kriegsjahren des 2. Weltkrieges so ein Fest für die Mitarbeiter und deren Familien ausgerichtet wurde.

Wir versuchten die Stühle zu zählen und mit den Tischreihen zu multiplizieren. Wir rechneten hoch wieviel Personen diese Halle circa fasste und kamen auf die unglaubliche Zahl 520 Personen. Geschätzt. Das war ein wunderbarer Beweis, dass die Belegschaft der Holzhandlung Becher wahrscheinlich der gesamten Einwohnerzahl von Niederorschel entsprach. 1942 und 1943 wussten wir, dass der Großteil des Firmengeländes beschlagnahmt war, zudem für die Bevölkerung es eine Zeit des großen Mangels war. So tritt auf diesen Bildern genau hier die Gründerpersönlichkeit von Hermann Becher in den Vordergrund. Er war das, was man einen guten Patrichaten nannte, mit Verantwortungsbewusstsein für seine Mitarbeiter und deren Familien. Als Vater von 10 Kindern war das Weihnachtesfest für ihn ein Fest für Kinder.
Auf dem ersten Bild sieht man zuerst nur die Stuhlreihen, vorne eine Bühne, doch vergrößert geben zwei Bilder aus den Jahren 1943 und 1943 die Details frei, die unsere Kunden auf den kleinen Abzügen so nicht erkannten.

Als wir nun die Bühne am Bildschirm heranzoomten blieb uns ehrlich gesagt, der Mund offen stehen. Aus dem Sperrholzresten seiner Türholzfabrikation ließ Hermann Becher für alle Kinder seiner Mitarbeiter, Puppenwagen, Steckenpferde, Kaufmannsläden, Schubkarren, Schaukelpferde, Holzeisenbahen und auch Puppen bauen. Das war die Hauptaktraktion der Feier, denn gegessen wurde nichts, es stehen lediglich Tassen auf den liebevoll eingedeckten Tischen. Wahrscheinlich gab es für alle nur Tee bzw. Ersatzkaffee aus Malz. Wir nehmen an, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Bühne fleißig über und über mit kleinen Tannenzweigen dekoriert und den gemeinsamen Tannenbaum in der Mitte aufgestellt haben.

Da tauchen Fragen auf wie: Wie konnte er dies in den Zeiten der Beschlagnahme überhaupt organisieren? Wo alles als kriegsrelevantes Material eingestuft wurde und Zuwiderhandlungen als Straftat galt? Hat er es heimlich auf die Seite geschafft?

Für den 10 minütigen Film, brauchten wir neben den Animationen, dem Sprecher und den historischen Filmschnipseln an die 70 Fotos. Die Werkzeit war für eine Firmenchronik ‘sportlich’ zu nennen, doch dank unseres Spezialisten Lars Reimer innerhalb von 4 Monaten zum Erfolg gebracht. Zudem haben wir auch die kleine Ausstellung organisiert.

Weihnachtsfeier-1943

Weihnachtsbild 1943

weihnachtsfeier-1942

Mit freundlicher Unterstützung von der Firma Holzhandel Becher – Historisches Weihnachtsbild 1942/ copyright Familie Becher

 

 

2 Comments

  1. Tami 11. Dezember 2015 um 18:34 Uhr - Antworten

    Wow. Was ihr (ich hoffe, du ist ok?) da gebastelt habt ist ja ein wahres Wunder. So einen Blog habe ich noch NIE gesehen. Und er ist wunderschön! Ich habe mich gleich in den Newsletter eingeschrieben. Ich interessiere mich sehr für Geschichte. Natürlich auch für das, was nicht in den Geschichtsbüchern steht. Ich gehe dann mal weiter stöbern.
    Sehr schöner Blog!
    Macht weiter so!
    Tami

    • Petra Schaberger 11. Dezember 2015 um 18:42 Uhr - Antworten

      “Wow – das tut man gut” Danke Tami!

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