Die schwarzen Schafe bei den Biografieservices

Wie man schwarze Schafe bei Biografieservices leichter erkennt und was man dagegen tun kann

Neu ist die Dienstleistung des Biografieservices nicht, aber als wir vor über 11 Jahren anfingen Privatbiographien zu erstellen, waren wir unter den ersten drei Anbietern! Seither freuen wir uns über viele glückliche Kunden. Durchaus mit Stolz behaupten wir, dass unsere Kunden mehr als nur ein bisschen zufrieden waren.
Doch auch wir haben Erfahrungen sammeln können:  Nicht nur aus den Erinnerungen unserer Kunden, sondern auch unser Know-how wurde umso viel mehr Facetten bereichert, und wir konnten dadurch auch unsere Vorgehensweise verbessern.
Beratung
Im Gespräch mit Interessenten endet die ausführliche Beratung meist mit der Frage nach dem Preis für das Projekt. „Wieso Projekt?“ wird dann manchmal gefragt. Nun, ein Biografiebuch ist niemals ein Produkt im herkömmlichen Sinn, es kann es nicht sein, da jeder Kunde seine eigenen Vorstellungen hat, der Umfang des letztendlich endstehenden Textes, der Menge der gewünschten Bilder, der individuellen Gestaltung und Ausführung des fertigen Buches in die Kalkulation eingehen. Wenn dann noch erklärt wird, dass eine Biografie ungefähr ein Jahr dauert und das mehrere Personen und Gewerke beteiligt sind, wird der individuelle Angebotspreis verständlich.

Also „Butter bei die Fische“ sagt man in Nordeutschland. Das wollen wir tun.

Es gibt Anbieter versprechen, dass man immer für 7.000 Euro mehrere gedruckte Bände in den Händen hält.
Ich rate zu fragen, was in dieser Leistung enthalten ist! Auch wir bieten für jedes Budget Drucke an, von sehr günstig bis zum edlem Druck auf hochwertigen Papier und von Meisterhand fadengeheftet. Auch mit schützendem Schuber. Der Preis, Wunschmaterialien wie Papier, Leder, oder Softcover, Auflage, Budget – alles muss verglichen werden.

-Ist das Buch individuell von Grafikdesignern gestaltet, die Gestaltung (Farben, Schriften, Anmutung) mit dem Kunden erarbeitet worden und wurde das Buch professionell gelayoutet und und später auch fachmännisch gesetzt?

–  Gibt es einen Seitenpreis, der Text, Grafik, DTP-Arbeiten (Bildbearbeitung) und Lektorat enthalten? Stichwort Mischkalkulation.

– Wurden Bilder druckreif aufbereitet, beispielsweise Farbstiche oder Kratzer entfernt? Ein Beispiel finden Sie hier. Klicken Sie auf die kleine Bildergalerie um es in einer Vergrößerung anzuschaun.

– Ist darin ein externes Lektorat enthalten, gar aufgespalten in Vorlektorat nach Erstellung des Textes, Lektorat nach dem Satz sowie eine Revision?

– Wurde recherchiert oder wurden fehlende Bilder oder Dokumente aufgespürt? Alte Stadtansichten des Heimatortes, in Archiven nachgefragt?

– Wie wurden die Interviews verwertet ? Wurden die Tonaufnahmen geschnitten und dem Kunden als ein Zeitdokument ausgehändigt? Wir lassen auf unsere Kosten beispielsweise ein CD-Hüllen-Mäppchen von unserer Buchbinderin von Hand anfertigen und unsere Kunden erhalten die Grobmitschnitte Ihrer erzählten Lebenserinnerungen.

– Wie viele nachträgliche Korrekturen wurden vom Kunden gewünscht und wurden in zwei Durchgängen eingearbeitet? Üblicherweise sind zwei Korrekturläufe im Preis enthalten.

– Wurde das Buch von einem Buchbindermeister von Hand fadengeheftet, wurde es mit einem individuellen Einband mit Prägung in Leinen oder Leder versehen oder ist es eine Klebebindung? Klebebindungen sind per se nicht schlecht, auch wir bieten diese für einen kleines Budget an, aber sicher sind sie nicht so langlebig wie ein fadengeheftes Buch.

Wir informieren Interessenten im ersten Telefongespräch darüber, dass bis zu 7 Dienstleister an einem Buch arbeiten. Unser Lieblingsbeispiel ist hier das Auto: Kunden stellen sich ihr Wunschauto selbst zusammen: Modellreihe, Motorisierung, Farbe, Extras.,  und Vielen wird so klar, wie sich der Preis zusammensetzt. Niemand würde einen Motorroller mit einer Mercedes-S-Klasse vergleichen.
Von den Interviews, über Grafiker, Lektoren, Bildbearbeitung bspw. Restaurierungen, über Drucker, Buchbinder und auch die Bürozeiten nicht zu vergessen, evtl. Fotografen und alle müssen irgendwie in dem Buchprojekt für die Memoiren koordiniert werden. Wobei wir bei unseren Leistungen oft mit Herzblut arbeiten – d.h. wir immer ein ‚Schippchen obendrauf legten‘ – oft unentgeltlich. Natürlich gibt es auch schwarze Schafe unter der in den elf Jahren stark zugenommenen Markt ‚Biografie schreiben lassen. Verlage, die komplett Vorauskasse verlangen und ihren Kunden Auflagen von 500 Büchern und mehr aufschwatzten. Aber dies gibt es in jeder Branche, dagegen hilft nur aufklären und Transparenz. Kunden die nicht alles buchen wollen und beispielsweise durch Eigenleistung die Kosten minimieren wollen, geben wir dazu Tipps.

Wie findet man einen seriösen Biografieservice?

1.  Besuchen Sie die Webseite und werfen ein Blick in das Impressum. Sind hier die rechtlich notwendigen Angaben wir Steuerindifikationsnummer, Adresse und Name aufgeführt?
2. Geben Sie den Firmennamen in Google sowie  und recherchieren Sie ob Sie Kommentare von erbosten ehemaligen Kunden finden.
3. Lassen Sie sich von mindestens 3 verschiedenen Dienstleistern ein Angebot erstellen. Wenn Sie ohne eine Beratung Sie ein Angebot erhalten, raten wir zur Vorsicht.
4. Wenn Sie dann endlich ein paar passende Dienstleister gefunden haben, dann geben Sie Ihrem Bauchgefühl nach, denn während der Interviews muss die ‚Chemie stimmen‘ – um so facettenreicher und atmosphärischer wird Ihr Buch werden.

Zum guten Schluss: Bei den Interviews von Quintessenz Manufaktur für Chroniken kommen wir immer zu zweit, weil vier Ohren mehr hören, es tatsächlich typisch weibliche und männliche Themen gibt, und dazu gibt es immer den passenden Ansprechpartner. Auf unserem Blog werden wir demnächst auch die einzelnen ‘Stationen der Manufaktur’, also den Ablauf vorstellen, wie eine Biografie gemeinsam mit dem Kunden entsteht, wieviel Zeit man dafür braucht und viele weitere interessante Informationen. Bleiben Sie gespannt!

 

 

Über den Autor:

In den 60ziger Jahren aufgewachsen, die Generation vor mir hatte sauber den Muff unter den Talaren weggekehrt. In den 70ern kamen neue politische, meist grüne, Themen, in der Musik war mehr Avantgarde, Glitter und Pompösrock. Steve Jobs und Bill Gates machten sich auf die Welt zu verändern und das Telefon hatte noch eine Wählscheibe. Man lebte in WGs, führte Diskussionen über Putzpläne, studierte oder machte eine Ausbildung. Man organisierte sich 'offline' nur mit einer mündlichen Absprache und Hilfe einer Uhr. Im Urlaub schrieb man vielleicht Postkarten und knipste Bilder auf Filmrollen und man reiste per Anhalter oder mit dem Zug. Doch die Zeiten bleiben bewegt. Mit meinem Mann leite ich heute Quintessenz – die Manufaktur für Chroniken [ www.quintessenz-manufaktur.de ] und jeden Tag begegnen uns neue Menschen, deren Geschichten und neue Themen.

Ein Kommentar

  1. ich 1. September 2016 um 10:34 Uhr - Antworten

    Guten Morgen, ja, es tummelt sich so einiges auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten. Transparenz und Information sind die Mittel, müssen jedoch tagtäglich wieder gesetzt werden… Ich wünsche uns allen den langen Atem, der auf dieser Endlos-Tour vonnöten ist/ sein wird. Herzliche Grüße aus Nordhessen

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